SUV sind in Gera das Ziel von Dieben

Gera.  Andreas Jokisch, Obermeister der Kfz-Innung Ostthüringen, erinnert sich an gehäufte Auto-Diebstähle zwischen 2006 und 2011 in Gera.

Beim "Keyless go" muss der Fahrzeugschlüssel weder zur Türentriegelung noch zum Starten des Motors ins Schloss eingeführt werden.  Der Obermeister der Kfz-Innung Ostthüringen Andreas Jokisch erläutert dieser Zeitung Vorteile und eventuelle Risiken des Systems.

Beim "Keyless go" muss der Fahrzeugschlüssel weder zur Türentriegelung noch zum Starten des Motors ins Schloss eingeführt werden. Der Obermeister der Kfz-Innung Ostthüringen Andreas Jokisch erläutert dieser Zeitung Vorteile und eventuelle Risiken des Systems.

Foto: Peter Michaelis

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Autodiebe haben in Gera wieder zugeschlagen: Am Donnerstag wurde ein in der Schillerstraße geparktes Fahrzeug, in der Nacht darauf ein Auto in der Christian-Schmidt-Straße gestohlen. Bei beiden Autos handelt es sich um einen Mazda CX-5. Während das erste Fahrzeug rund einen Kilometer vom Tatort aufgefunden wurde, bleibt das zweite verschwunden.

Von einer Diebstahl-Serie lässt sich noch nicht sprechen. Andreas Jokisch, Obermeister der Kfz-Innung Ostthüringen, erinnert sich jedoch, dass es zwischen 2006 und 2011 in Gera schon einmal zu gehäuften Fahrzeug-Diebstählen kam. „Klar werden auch wir durch solche Meldungen aufgeschreckt. Letztlich sind ja die Fahrzeugbesitzer unsere Kunden. Sie müssen den Diebstahl zur Anzeige bringen, ihn der Versicherung melden und kommen dann zu uns. Verständlicherweise sind sie erst einmal total verunsichert“, erklärt Andreas Jokisch.

Zugleich weiß der Innungsmeister: Selbst die beste technische Raffinesse bietet keinen hundertprozentigen Diebstahlschutz. „Es begann mit der Überlistung von Wegfahrsperren. Das war noch lange bevor überhaupt die elektronischen Systeme aufkamen. Dann kamen Alarmanlagen mit Innenraumüberwachung auf. Auch diese wurden umgangen. Ebenso Anlagen, die mittels Sensoren leichteste Erschütterungen und Veränderungen wahrnahmen. Heutzutage sind es die schlüssellosen Zugangssysteme“, sagt Jokisch. Beide jüngst gestohlenen Autos verfügten über die sogenannte Keyless-Go-Funktion. Dabei muss der Fahrzeugschlüssel weder zur Türentriegelung noch zum Starten des Motors ins Schloss eingeführt werden. Es genügt, wenn sich der Schlüssel in der Hosentasche des Fahrers befindet.

„Egal, ob auf Großparkplätzen oder zu Hause, mit einem modifizierten WLAN-Router können mittlerweile solche Funkübertragungsdaten bereits ausgelesen werden. Bis zu einer Entfernung von einem Kilometer dürfte es möglich sein, die elektronischen Signale von Fahrzeugen aufzufangen. Das ist sehr problematisch. Da müsste man hinterfragen, ob diese technische Neuerung wirklich Sinn macht“, findet der Autoexperte.

Fahrzeugschlüssel nicht in der Nähe der Wohnungstür aufbewahren

Wenngleich es keine Hinweise darauf gebe, dass Fahrzeuge mit Keyless-Go-Funktion einem größeren Kfz-Diebstahl-Risiko ausgesetzt seien als andere Fahrzeugtypen, rät die Polizei: „Generell sollte man Fahrzeugschlüssel nicht unmittelbar in der Nähe der Wohnungstür aufbewahren. Insbesondere bei Keyless-Go-Schlüsseln ist es empfehlenswert, diese so zu lagern, dass die Signale des Schlüssels unterbrochen werden. Dazu gibt es diverse Behältnisse im Handel. Des Weiteren gibt es dazu Hinweise und Anleitungen bei der Suche in den diversen Suchmaschinen im Internet“, so die Sprecherin der Landespolizeiinspektion Gera.

Jokisch sieht auch die Industrie in der Pflicht, die Fahrzeuge diebstahlsicherer zu machen. „Wir haben als Werkstatt mehrere Möglichkeiten, die wir auch schon auf Kundenwunsch umgesetzt haben: Zum einen sind das schließbare Sperren für die Schaltkulisse, zum anderen lässt sich bei Start-Stopp-Systemen eine Art Hauptschalter einbauen.“ Der Fachmann findet jedoch ebenso wichtig, dass das Fahrzeug sicher abgestellt ist. Denn in der Regel seien Fahrzeuge betroffen, die im öffentlichen Verkehrsraum geparkt sind. Die Polizei sieht es ähnlich: „Sofern die Möglichkeit besteht, sollte man auch vorhandene abgeschlossene Parkmöglichkeiten wie Garage, umzäunte Parkflächen nutzen und nicht aus Bequemlichkeit das Auto dann trotzdem auf der Straße parken.“

Wird das gestohlene Fahrzeug nach vier Wochen nicht wiedergefunden, reguliert in der Regel und sofern vorhanden die eigene Versicherung. „Die Fristen werden jedoch häufig aufgeweicht, denn die Hoffnung ist groß, dass das Fahrzeug doch noch aufgefunden wird“, so Jokisch.

Auf die Frage unserer Zeitung, ob es sich bei den Diebstählen um „Auftragsklau“ handeln könnte, gibt die Polizei die Auskunft: „Zur Motivation hinsichtlich bestimmter Fahrzeugmarken mit einer speziellen Ausstattung kann einzig und allein der Täter Auskünfte geben. Daher ist die Beantwortung der Frage sehr schwierig. Generell können verschiedene Gründe in Frage kommen. Ob dem Fahrzeugdiebstahl ein Auftrag vorausging, ist derzeit nicht bekannt.“

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