Trabi-Konzert ertönt im September auf dem Geraer Markt

Gera  Dann wird zur Kulturhauptstadtbewerbung 2025 nach Berlin gefahren. Gera ist für Planer als Stadt der Jugend denkbar

So sieht es aus beim Trabant-Treffen des Trabantclubs Mühlhausen am Mühlhäuser Schwanenteich. Zum Trabi-Konzert auf dem Geraer Markt Ende September in Gera rechnet der Kulturhauptstadtmanager mit 40 Fahrzeugen.

So sieht es aus beim Trabant-Treffen des Trabantclubs Mühlhausen am Mühlhäuser Schwanenteich. Zum Trabi-Konzert auf dem Geraer Markt Ende September in Gera rechnet der Kulturhauptstadtmanager mit 40 Fahrzeugen.

Foto: Alexander Volkmann

Er hat das Bild schon vor sich. Acht Trabis fahren nach Berlin. Acht, weil vier Buchstaben und vier Ziffern zu vergeben sind. Gera 2025 soll zu lesen sein, wenn sie in einer Schlange davon qualmen.

Pünktlich am 30. September müssen sie in Berlin sein. Dann ist Abgabetermin für die Kulturhauptstadtbewerbung. Doch bevor die 60-seitigen Bücher, 20 an der Zahl, ihren Weg antreten, soll es auf dem Geraer Markt ein Trabi-Konzert geben. Der Schlusspunkt für eine kurze und arbeitsintensive Vorbereitungszeit, die weitgehend im Hintergrund stattfand.

„Wir hatten zeitlich und finanziell keine Möglichkeiten Aktionen zu erfinden, um in den öffentlichen Raum zu gehen. Das ist etwas, das ich sehr bedauere“, sagt Peter Baumgardt. Der 60-Jährige ist der Geraer Kulturhauptstadtmanager und hatte mit seinen zwei Mitstreitern im Büro fünf Monate, in denen alles gemacht werden musste.

Umfrageteilnehmer wollen Kulturhauptstadt

Auch eine Umfrage. 4500 Faltblätter wurden verteilt. 90 Prozent der Teilnehmer sind für Gera als Kulturhauptstadt. Die detaillierte Auswertung sei noch nicht abgeschlossen. Online gebe es den Fragebogen auch noch. Zwischen 8. März und 31. Mai gab es einen Rücklauf von zehn Prozent der Umfragebögen. „Nicht schlecht“, urteilt Baumgardt, der aus Nürnberg erfahren habe, dass bei der dort zweijährigen Umfrage ebenfalls dieser Wert erreicht worden sei.

Für das Trabi-Konzert, das gegenwärtig für Ende September geplant wird, wünscht er sich 40 Pkw dieser Marke auf dem Markt. Projektmanager Thomas Kiemle aus seinem Team ist nun auf der Suche nach Clubs, die mit ihren Fahrzeugen dabei sein können.

Die Zweitakter intonieren die „Symphony 3.0“ von Moritz Eggert für Schiffshörner, Autohupen oder Fußballhupen. Baumgardt kennt das Stück des Münchener Komponisten und ihn. Als er die Passauer Festspiele leitete erklang die Symphony anlässlich des 25-jährigen Bestehens der deutschen Einheit. Er setzt darauf, einen vierten, Geraer Satz, zu bekommen. „Der Trabant trägt zur Identifikation bei. Die Hupen tönen: Von hier weht ein großer Wind, wenn wir Kulturhauptstadt werden“, beschreibt er seine Erwartungen an das Konzert.

Welche Schwerpunkte in der Bewerbung nachzulesen sind, das soll erst Ende August öffentlich werden. „Wir sind in einem fairen Wettbewerb. Aber niemand rückt im Moment raus“, sagt Baumgardt. Dass die Wismut-Kunst ein Pfeiler sein wird, verhehlt er nicht. „Das Thema hat der Oberbürgermeister zur Chefsache erklärt“.

Ohne einen Kulturentwicklungsplan für Gera wird es keine Kulturhauptstadt hier geben. Dieses Planungsinstrument ist Voraussetzung. Nächste Woche soll die finale Fassung an die Stadtverwaltung übergeben werden, sagte gestern Patrick S. Föhl vom Netzwerk Kulturberatung Berlin. Er war damit beauftragt worden. Im Oktober soll der Stadtrat dazu beschließen. „Wir nennen ihn Kulturvernetzungsplan, weil es bei allem um die Vernetzung geht“, sagt er. Sechs Modellprojekte bis 2030 sind darin aufgeschrieben.

Eines davon sieht Gera in Zukunft als Stadt der Jugend, in der aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen gedacht wird. „Wir wollen eine andere Haltung einnehmen“, sagt Föhl. „Das kann dazu führen, dass Fähigkeiten entwickelt werden, die es heute noch nicht gibt“. Auch Peter Baumgardt entwickelte parallel diese Idee aus der Analyse des Vorhandenen.

Meine Meinung:

Der Ablauf der Bewerbung

27. September 2018: Der Stadtrat entscheidet für eine Bewerbung.

16. Oktober 2018: Thomas Laubert, Marc Moritz und Oberbürgermeister Julian Vonarb präsentieren in Berlin Gera für die Kulturhauptstadt 2025

Acht Städte starten ins Bewerbungsverfahren. Neben Gera sind das Chemnitz, Dresden, Zittau, Magdeburg, Hannover, Nürnberg und Hildesheim.

1. Februar 2019: Das Kulturhauptstadtbüro in der Rudolf-Diener-Straße 4 in Gera wird eröffnet.

30. September 2019: Abgabetermin für die 60-seitige Bewerbungsmappe bei der Kulturstiftung der Länder in Berlin.

Dezember 2019: Präsentation der Konzepte und danach Entscheidung über Aufnahme in die Shortlist.

Ende 2020: Die Siegerstadt wird gekürt. Damit steht fest, welche der acht Städte die Kulturhauptstadt 2025 wird.

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