Über doch nicht unglückliche Letzte

Gera.  Die Deutsche Schulschachmeisterschaft 2020 wurde online entschieden

Julia Hummer, Aimée Matthes, Sonya Feistel und Melina Oehme (v.l.n.r.) spielten für Gera bis Donnerstag zur Deutschen Schul-Schachmeisterschaft online.       

Julia Hummer, Aimée Matthes, Sonya Feistel und Melina Oehme (v.l.n.r.) spielten für Gera bis Donnerstag zur Deutschen Schul-Schachmeisterschaft online.       

Foto: Thomas Triemner

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Modus, Form und Regularien waren ungewöhnlich. Aber sie hat eben doch stattgefunden: die Deutsche Schulmeisterschaft 2020 im Schach. Zwei Turniertage mit sieben Vergleichen wurden dafür ausgelost und an Computern online ausgetragen. Auch Geraer waren beteiligt.

Das heißt: Mit einer Mädels-Mannschaft startete die Gera-Zwötzener Schule in einem eher improvisierten Spiel-Domizil im Volkshaus. Vor den vier Bildschirmen saßen Julia Hummer, Aimée Matthes, Sonya Feistel und Melina Oehme. Stellvertretend angespielt haben sie ihre Maskottchenlöwen Leo und Poldi. Das war ein ziemlich ungewohnter Ersatz. Immerhin aber endlich wieder ein offizieller Wettkampf!

Die Geraerinnen rückten in dem ohnehin auf 24 Teams stark reduzierten Teilnehmerfeld als Thüringer Vizemeister nach. Drei Mal konnten sie im Mannschaftsvergleich ein 2:2-Remis holen, so gegen die Grundschule Kreative Impulse Sennewitz (Sachsen-Anhalt) am ersten Turniertag und außerdem gegen die Grundschulen an der Münchener Straße (Bayern) beziehungsweise die Rauchbeinschule Schwäbisch Gmünd (Württemberg). Daneben setzte es leider deftige Niederlagen unter anderem mit 0:4 gegen die Montessori Grundschule Schweinfurt (Bayern) und mit 0,5:3,5 zum Abschluss noch gegen die Kirchröder Grundschule Dortmund (NRW). Dabei hätte in Runde 6 mit etwas größerer Konzentration und mit Endspielstärke auch ein Team-Sieg herausspringen können. Dennoch kamen keine Vorwürfe von den Betreuern Heike Goldmund, Stephan Hilbert und Jessica Meyer an die jungen Mädchen, die zudem wohl auch noch als einziges, rein weibliches Aufgebot im Wettstreit standen.

Diese DM war Gewöhnungssache; statt des gewiss amüsanteren Umfelds im avisierten Berghotel Friedrichroda nun nur ein Treffpunkt unter sich in einem spartanisch eingerichteten Raum einer sonstigen Trainingsstätte bei etwas „Nervennahrung“; quasi „Schnellschach“ mit einer um die Hälfte verkürzten Spieldauer...

Schlussendlich warteten alle gespannt aufs Klassement: Kaiserslauterns Pestalozzi-Schule stand recht bald als neuer Titelträger des Corona-Jahrgangs fest. Und die Zwötznerinnen? Sie wurden ganz und gar Gesamt-Letzte. Schade? Ja und Nein. Lange mussten sie ja auf so eine Matchchance warten. Gut, dass es den Titelkampf überhaupt noch gab. Also „Danke“ seiner Turnierleitung. Und: Mit ihrem Start kurz vor Ende des Schuljahres repräsentierten die Zwötzener Mädels nochmals ihr Haus als „Deutsche Schachschule“. Für dieses Prädikat steht nun bald die Verteidigung an. Da zählt so ein Start bestimmt als gute Tat neben der Tätigkeit der beiden Arbeitsgemeinschaften im Traditionshaus der Fritz-Reuter-Straße. So wertete das auch die stellvertretende Direktorin Isolde Rudolphi, die doch sehr auf Verlängerung hofft. Über die Ferien sollen dazu die Fakten zusammengetragen werden. Was danach kommt, steht für das Schachteam dennoch in den Sternen.

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