Verein Hundeplatz Ronneburg hilft beim Erziehen

Ronneburg.  Verein Hundeplatz Ronneburg bietet auf dem 4000 Quadratmeter großen Gelände auch Ausbildung an.

Beim Fototermin war der Nachwuchs der Berner Sennenhündin Fine fast vier Wochen alt.

Beim Fototermin war der Nachwuchs der Berner Sennenhündin Fine fast vier Wochen alt.

Foto: Ilona Berger

Eisiger Wind weht über das Gelände. Herrchen und Frauchen sind dick angezogen. Den Vierbeinern macht die Kälte nichts aus. „Sie brauchen viel Bewegung an frischer Luft“, sagt Ilona Heidl. Fast jeden Sonntag ist sie auf dem 4000 Quadratmeter großen Areal hinter dem Sportzentrum anzutreffen. Das Gelände betreibt seit 1998 der Verein Hundeplatz Ronneburg. Die Stadt stellt es kostenlos zur Verfügung.

„Bei uns treffen sich Gleichgesinnte, um sich auszutauschen, gemeinsam Zeit mit ihren Tieren zu verbringen. Und wir bieten eine Ausbildung an, sind aber keine Hundeschule“, so die zweite Vorsitzende. Dennoch: „Wer sich einen Hund anschafft, muss ihn mit aller Konsequenz erziehen.“

Sofort hat die 54-Jährige ein Beispiel parat. „Das Tier soll am Platz sitzenbleiben, bis der Halter ein anderes Kommando gibt. Anfangs steht er schon nach kurzer Zeit auf und wird noch belohnt. Das ist falsch. Schauen dich süße Welpen an, werden oft gute Vorsätze vergessen.“ Und Ilona Heidl fügt noch an: „Ein Training bei uns ersetzt nicht das Arbeiten mit dem Tier zu Hause.“

Tipps helfen bei der Erziehung

Zu viert sind heute die Müllers aus Brahmenau angereist. Im Arm hält Danny Müller einen Bolonka. Der Welpe ist ein halbes Jahr alt und heißt Peaches wie das Mammut aus dem Film „Ice Age“. „Wir hatten vorher Hasen, wollten wieder etwas Kleines und Familienverträgliches.“ Die Eltern gaben dem Drängen von Tochter Fabienne nach. Informationen holten sich die Müllers aus dem Internet und vom Züchter der Welpen. Seit dem Sommer kommen sie sonntags nach Ronneburg. Die Tipps helfen bei der Erziehung. Soziale Kontakte seien für Halter und Tier wichtig.

Peaches muss mit den anderen im Kreis laufen und eine bewegliche Hängebrücke überwinden. Manchmal ist ihre Neugier größer und sie hört nicht sofort. Das Training übernimmt Anja Herklotz aus Grünberg. Ihr Wissen eignete sich die gelernte Industriekauffrau auf Seminaren an und gibt es seit fünf Jahren weiter. Zwei Stunden am Tag sollten die Hunde mindestens raus, meint die Trainerin. Durchs Gelände laufen, spielen, versteckte Gegenstände suchen. „Lege ich mir einen Hund zu, egal welcher Rasse, muss ich ihn bestmöglich erziehen“, betont Anja Herklotz wiederholt. Dazu gehören an der Leine Laufen und sich mit anderen Artgenossen verstehen, sich also sozialisieren. Sie selbst habe zwei Tiere. Beagle Emma kam mit drei Monaten zu ihr. Olivia, etwas später. „Emma sollte nicht so allein sein.“

Ein Jahr sich vorbereitet

Aufmerksam verfolgt Sophie Knoch aus Gera die Anweisungen, an ihrer Seite ist Shiva, ein Siberian Husky „Schon von klein auf wollte ich einen Hund.“ Mit dem 20. Geburtstag konnte sich die junge Frau ihren Wunsch erfüllen. Lange habe sie sich mit dem Thema befasst. „Shiva ist für mich das schönste Tier der Welt. Der Hund ist für mich ein Freund, der mich liebt, ohne Wenn und Aber.“

Ronneburg wurde Frauke Schwarz aus Reichstädt empfohlen. „Ich möchte wohlerzogenen Vierbeinern begegnen.“ Deshalb muss ihre Bulldogge Bella in die Schule. Ein Stresslöser sei für Sebastian Nix sein Labrador Yuna. „Ein optimaler Bürohund, weil er gern schläft und gehorsam ist. Viermal am Tag gehe ich mit ihm raus, drehe größere und kleinere Runden.“

Kurz schaut Dieter Volkmann vorbei. Mit seinen 79 Jahren ist er das älteste Mitglied. 2017 habe er sich noch einen Welpen vom Züchter geholt. „Ich wollte daheim nicht vergammeln“, war sein Beweggrund. „Ehrlich, wir im Verein hegten Bedenken“, gibt Ilona Heidl zu. „Doch Dieter packte es.“ Verschmitzt erzählt er gleich eine vergnügliche Episode: „Mein vorhergehender Hund, ebenfalls ein Beagle, ist mal durch ein Loch im Zaun in Richtung Autobahn ausgebüxt. Er wollte wohl trampen. Zum Glück hat ihn niemand mitgenommen und ich habe ihn aber erwischt.“ Auch Carlos zweiter Ausreißversuch misslang. „Es war Winter. Ich braucht nur den Spuren im Schnee zu folgen.“

Ein Leben ohne Hund kann sich Ilona Heidl nicht vorstellen. Weil sie damals nicht allein sein wollte, schaffte sie sich einen Puggle an und landete mit ihm 2011 im Ronneburg Verein. Ihre zweite Heimat. „Auf dem Vereinsgelände haben wir unter anderem zwei Auslauf- und Bewegungsplätze und einen Welpenplatz mit Geräten. Die meisten sind Marke Eigenbau wie Wippe, Treppe und Schaukel. Um die Vierbeiner in Bewegung zu halten, denkt sich Lebensgefährte Frank Fabisch Neues aus. Er repariert und kümmert sich um die Pflege des Areals. Vereinsmitglieder helfen ihm.

Ilona Heidl engagiert sich nicht nur im Verein. Mit Sparky gehört sie zum ASB-Besuchshundedienst, ist in ihrem Wohnort bekannt wie ein bunter Hund und immer bestens informiert, was in Brahmenau passiert. „Beim Spazierengehen erfährt man eben viel.“