Volksbank Gera-Jena-Rudolstadt schließt weitere Filialen in Regionen

Jena/Gera/Rudolstadt  Die Genossenschaftsbank zieht bis Ende August das Personal aus rund einem Drittel ihrer Zweigstellen ab. Es soll sich dabei nicht um eine unüberlegte ­ad-hoc-Entscheidung gehandelt haben.

Die Filiale der Volksbank am Ankerwerk in Rudolstadt. Der Standort in dem linken Gebäudeteil wird künftig als SB-Geschäftsstelle weitergeführt. Eine Beratung durch Personal wird aber wie auch in Gräfenthal hier nicht mehr möglich sein.

Die Filiale der Volksbank am Ankerwerk in Rudolstadt. Der Standort in dem linken Gebäudeteil wird künftig als SB-Geschäftsstelle weitergeführt. Eine Beratung durch Personal wird aber wie auch in Gräfenthal hier nicht mehr möglich sein.

Foto: Thomas Spanier

Die Volksbank eG Gera Jena Rudolstadt zieht bei rund einem Drittel ihrer Filialen das Personal ab und funktioniert sie um zu SB-Geschäftsstellen. Den Beschluss, „das bemannte Geschäftsstellennetz zu reduzieren“, haben Vorstand und Aufsichtsrat bereits vor geraumer Zeit gefasst, sagte Oskar Dieter Epp, Vorstandschef der Genossenschaftsbank, am Donnerstag im Gespräch mit dieser Zeitung. Betroffen sind Zweigstellen in allen Regionen, insbesondere aber der Raum Gera.

Man habe in mehreren Sitzungen Vor- und Nachteile abgewogen und die Entwicklung der Umfeldbedingungen abgeschätzt. Es handelt sich bei der abschließenden Entscheidung also um keine unüberlegte ­ad-hoc-Entscheidung, betonte der Banker.

Kunden wurden schriftlich informiert

„Die Gründe für unsere Entscheidung haben wir in unserer Vertreterversammlung vorgetragen. Kurz zusammengefasst sind das: Die EZB-Zinspolitik und ihre Auswirkungen auf die Ertragslage der Banken sowie den Anlageberatungsbedarf der Mitglieder und Kunden, die Auffächerung des Kundenverhaltens bei der Wahl der Zugangswege für die Nutzung von Servicedienstleistungen sowie die demografische Entwicklung“, erläuterte Epp. Die betroffenen Kunden seien in den vergangenen Tagen und Wochen schriftlich informiert worden. Die Zahl der Beschwerden liege bisher im einstelligen Bereich.

Es werde keinerlei Entlassungen im Zusammenhang mit der Konzentration der Beratung stattfinden, erklärte Epp: „Wir brauchen jeden Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin, um alle notwendigen Stellen besetzen zu können.“ Die Zahl der aktiven Mitarbeiter liege aktuell bei etwa 250. Von der Filialschließung betroffene Kollegen sollen in die nächst größere Zweigstelle umgesetzt werden und dort ihren bisherigen Kunden weiter als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

In zwei Jahren kommt alles noch mal auf den Prüfstand

Die Zeitschiene sieht vor, dass alle Schließungen und Umzüge bis Ende August abgeschlossen sind. In den bisher bemannten Geschäftsstellen bleibe die SB-Technik wie Geldautomat und Kontoauszugsdrucker. „Erstmal“, wie Epp anfügt. 2021 komme alles wieder auf den Prüfstand.

Bezüglich der Gebäude spüre man keinen Zeitdruck. Lediglich die Objekte in der Geraer Schlossstraße, in Bad Köstritz und Seelingstädt seien im Eigentum der Bank. In den anderen betroffenen Orten sei man in Gesprächen mit den Vermietern auf viel Verständnis gestoßen. Hier müssten die Mietverträge auf die verkleinerten SB-Zonen angepasst oder neue Standorte gesucht werden. Auch die betroffenen Bürgermeister der Städte und Gemeinden seien vorab informiert worden.

Betroffene Geschäftsstellen

  • Gräfenthal
  • Rudolstadt, Ankerwerk
  • Tanna
  • Remptendorf
  • Gera, Schloßstraße
  • Bad Köstritz
  • Münchenbernsdorf
  • Seelingstädt
  • Außerdem werden die Filialen in Jena-Burgau und Saalfeld, Am Schießteich, zu Firmenkundenberatungszentren umgebaut. Privatkundenberatung findet auch hier künftig nicht mehr statt.
  • Alle Kunden sollen laut Volksbank ihre bisherigen Ansprechpartner und Berater in den nächstgelegenen größeren Filialen wiederfinden.

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