Was halten Sie vom Siegerentwurf für den Freiraum Mitte in Gera?

Umfrage unter Besuchern der Ausstellung zu den Wettbewerbsideen im Kultur- und Kongresszentrum. Noch bis zum 30. Juni sind die Gestaltungsideen zu sehen.

Am Wettbewerb "Gera: Freiraum Mitte" beteiligten sich 19 Landschaftsarchitekten aus ganz Europa.

Am Wettbewerb "Gera: Freiraum Mitte" beteiligten sich 19 Landschaftsarchitekten aus ganz Europa.

Foto: Sylvia Eigenrauch

Iris Voigt, 69, Seniorin, Gera:

Ich wollte die Ausstellung unbedingt noch sehen, bevor sie zu Ende geht. Die Entwürfe sind sehr interessant. Es gibt unheimlich viele Möglichkeiten, diesen Platz zu gestalten. Beim Siegerentwurf wundert mich, dass so viele Häuser entstehen sollen. Das ist Geschmackssache. Ich hoffe, dass dieser zentrale Platz nicht so voll gebaut wird und weiterhin für Ereignisse wie die Eisbahn genutzt werden kann. Viel Grün und ein Bau angelehnt an die Zitronenpresse wären toll.

Kitty Ewald, 33, Großenstein, Landschaftsarchitektin:

Ich hatte mir bereits die ersten zwei Ausstellungen angesehen, da ich selbst Landschaftsarchitektin bin. Auch privat interessiert es mich, denn man kennt den Platz von früher. Derzeit ist er kein Aushängeschild für die Stadt. Mich freut, dass sich große, überregionale Planungsbüros beteiligt haben. Den Siegerentwurf mit seinem modernen Ansatz finde ich gut. Die Pflasterflächen passen zur Stadt und Elemente wie der Bürgergarten spiegeln wider, was sich die Leute wünschen.

Winfried Keller, 68, Gera, Senior:

Ich war in der ersten Ausstellung und was dort gezeigt wurde, hat mir gar nicht zugesagt. Da war alles mit Häusern und engen Hinterhöfen zugebaut. Ich würde mir einen etwas offeneren Platz mit Grün wünschen, der sich multifunktional nutzen lässt. Eine Mitte zum Sitzen, zum Verweilen, ähnlich wie früher mit der Zitronenpresse könnte mir gefallen. Es ist schon schade, dass der Fußgängertunnel nicht mehr existiert. Durch die Straße mit Ampel wird der Besucherstrom ausgebremst.

Hans-Wolfgang Viehmann, 66, Gera, Senior:

Der Siegerentwurf gefällt mir wirklich sehr gut, weil es nicht mehr eine einzige Wiese ist, wie anfangs oft geplant, sondern eine Bebauung. Glücklicherweise haben wir viele Grünanlagen in der Stadt, so dass hier auch andere Ideen umgesetzt werden können. Es muss zwischen den Arcaden und der Altstadt etwas geben, beispielsweise ein Café und Geschäfte, das beides verbindet und die Leute anzieht. Nur ein freier Platz funktioniert nicht, da sieht man die Innenstadt nicht.

Inge Jentzsch, 80, Bad Köstritz, Seniorin: Bevor ich nach Bad Köstritz gezogen bin, habe ich in Gera gewohnt. Natürlich komm ich noch oft hierher. Insofern verfolge ich das Baugeschehen mit. Es ist schade, wie kahl es jetzt hier aussieht und es wäre höchste Zeit, dass aus diesem Platz etwas Vernünftiges gemacht wird. Damit letztlich auch die Stadt einen Nutzen davon hat und das nicht nur Einöde bleibt. Nur Hochbeete braucht es nicht, denn nach vier Wochen pflegt die sowieso keiner mehr.