Bürgermeister in Weida: 2020 soll Geruchsproblematik wieder auf Agenda

Weida.  Rück- und Ausblick: Gespräch mit dem Weidaer Bürgermeister Heinz Hopfe zu Haushalt, Baumaßnahmen und der Geruchsproblematik

Die neue Seniorenresidenz „Am Markt" in Weida soll Anfang März 2020 eröffnen.

Die neue Seniorenresidenz „Am Markt" in Weida soll Anfang März 2020 eröffnen.

Foto: Peter Michaelis

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Voraussichtlich am 20. Februar soll der Weidaer Stadtrat über den Haushalt der Stadt für das laufende Jahr beschließen. Das sagte am Montag Weidas Bürgermeister Heinz Hopfe (FWG Weida) im Gespräch mit unserer Zeitung. „Der Haushalt ist auf dem Weg, die Spielräume sind aber eng“, sagte er. Zunächst werde der Etat noch im erweiterten Haupt- und Finanzausschuss am 18. Februar beraten – an besonderem Ort.

Der Ausschuss, so Hopfe, tagt in der neuen Seniorenresidenz „Am Markt“ von Senowa, dürfe das Haus auch besichtigen. Dessen Eröffnung Anfang März wird sicher einer der Höhepunkte im noch jungen Jahr 2020. Laut ihm soll es am 22. Februar einen Tag der offenen Tür geben. Heinz Hopfe spricht bei der Baustelle im einstigen „Braunen Hirsch“ mitten im Herzen der Stadt von einem „Muster an Kontinuität und Pünktlichkeit“.

Haushalt als Grundlage für die anstehenden Investitionen

Womit er mitten im Ausblick auf das Jahr ist, für das der Haushalt sicher eine wichtige Grundlage ist. So hofft der Bürgermeister, dass im Frühjahr der vierte und letzte Bauabschnitt für die Gemeinschaftsmaßnahme der Stadt und des Zweckverbandes Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal in der Innenstadt beginnen kann. Die Arbeiten an Nonnenhof und Poststraße bis zur Einmündung Geraer Straße waren wegen der Baumaßnahme Seniorenresidenz vorsorglich erst für 2020 geplant worden.

Ebenfalls geplant sei, vorbehaltlich des Haushaltsbeschlusses, der Aufbau einer neuen Bauhofhalle, die alte war voriges Jahr weggerissen worden. Auch im Gewerbegebiet Schloßmühlenweg soll es 2020 unvermindert weitergehen. „Das war rückblickend 2019 sicher das Projekt, das uns die meiste Kraft gekostet hat“, meint Hopfe. 2020 soll es hier mit dem oberirdischen Abriss des Grubenhauses und der Errichtung einer Baustraße weitergehen.

Auch die begonnenen Wasser- und Abwasserbaustellen im Ortsteil Hohenölsen werden von 2019 ins Jahr 2020 „mitgenommen“. Hopfe weiß, dass das Thema Konfliktpotenzial birgt, umso wichtiger sei es, die Leute umfassend zu informieren und mitzunehmen. Eine Bürgerversammlung zu den kommenden Arbeiten habe es im alten Jahr noch gegeben.

Perspektivischer Handlungsbedarf an Auma-Brücke am Bürgerhaus

Beim Rückblick auf das Jahr 2019 hebt er überdies den Umzug der Tourist-Information in die zuvor sanierte Schlosswache der Osterburg hervor. In nicht allzu großer Entfernung am Fuße des Burgbergs, wo die Neustädter Straße unweit des Bürgerhauses den Fluss Auma als Brücke überspannt, zeichnet sich mittelfristig ebenfalls Investitionsbedarf ab. Wie Heinz Hopfe erklärt, habe eine Brückenprüfung ergeben, dass es hier perspektivisch Handlungsbedarf gebe.

Recht zuversichtlich ist der Bürgermeister, auch nach Gesprächen mit der federführenden Gemeinde Langenwetzendorf, dass 2020 endlich der Baustart für die Breitband-Resterschließung erfolgen kann. Beim Thema Fördermittel sei man hier zu einer Lösung gelangt. Auch beim Integrierten Stadtentwicklungskonzept für Weida soll es in diesem Jahr entscheidend vorwärts gehen. „Im Januar gibt es noch eine Tagung zum Thema, Ziel ist, bis 30. Juni ein beschlussreifes Konzept im Stadtrat vorzulegen.“

Wegfall des Stadtbusses Linie 217 soll nicht hingenommen werden

Handlungsbedarf, der noch aus dem alten Jahr resultiert, sieht Hopfe beim Busverkehr. Es seien nicht die Überlandlinien, sondern zum einen der Schülerverkehr mit übervollen Schulbussen, wo es laut ihm aber die Zusage gebe, dass sich hier mit den Winterferien die Situation verbessern solle. Zum anderen sei der ersatzlos gestrichene Stadtverkehr, Linie 217, ein Ärgernis. In den Vormittagsstunden habe der Bus fünf Runden im Stadtgebiet gedreht und auch Haltestellen angefahren, die nicht von den anderen Linien bedient werden, erklärt Heinz Hopfe. Gerade für ältere Weidaer oder auch Kindergruppen sei der Wegfall schmerzlich und er habe das Mandat des Stadtrates, mit dem Nahverkehrsbetrieb nach Möglichkeiten zu suchen, hier wieder ein Angebot zu schaffen.

Geruchsproblematik beschäftigt die Stadt weiter

Ein anderes leidiges Ärgernis, das den Jahreswechsel überdauerte, ist die Geruchsproblematik. „Untätig war keiner“, beteuert er: „Wir geben nach wie vor ständig Infos weiter, die Ansprechpartner sind weiterhin da.“ Inzwischen habe sich die Wahrnehmung des Geruchs durch die Bürger gedreht, von den Lederwerken als potenzieller Verursacher hin zum Abwasser-Zweckverband. „Vertreter von Beiden waren mit bei einem Treffen im Landratsamt“, sagt Hopfe: „Die Lederwerke stehen mittlerweile unter permanenter Kontrolle und haben Auflagen zu erfüllen, der Zweckverband wird nach seinen Angaben auch regelmäßig kontrolliert.“ Er habe die Möglichkeit genutzt, beim Besuch des Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) zum – leider auch nicht vom Geruch verschonten – Kuchenmarkt 2019 das Thema auch bei ihm anzusprechen, sagt Hopfe. „Wir sind dran, wollen auch die Arbeitsgruppe wieder zusammenrufen“, sagt er.

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