Weihnachtsmärkte um Gera: Abgesagt oder mit Abstand?

Bad Köstritz/Münchenbernsdorf/Weida/Ronneburg.  So laufen die Planungen für die Adventszeit in den kleineren Städten der Region.

Das traditionelle Pyramidenfest in der Bogenbinderhalle in Ronneburg wird in diesem Jahr ausfallen. Das 20. Jubiläum soll auf das nächste Jahr verschoben werden.

Das traditionelle Pyramidenfest in der Bogenbinderhalle in Ronneburg wird in diesem Jahr ausfallen. Das 20. Jubiläum soll auf das nächste Jahr verschoben werden.

Foto: Peter Michaelis

Nach der Absage des Erfurter Weihnachtsmarktes haben wir uns umgehört, was in den kleineren Städten um Gera für die Adventszeit geplant ist.

Nach dem Stand von Mittwochmittag sollen in Bad Köstritz sowohl Seniorenweihnacht als auch Weihnachtsmarkt und Weihnachtsgottesdienst stattfinden. Bürgermeister Dietrich Heiland (CDU) teilt mit, dass für den Weihnachtsmarkt am 6. Dezember bereits ein Hygienekonzept erstellt wurde, das derzeit vom Gesundheitsamt geprüft wird. Demnach werde es Musik und Stände wie üblich geben. Neu sei aber die Aufteilung der Stände, sodass ein Ein- und Ausgangsbereich für Gäste deutlich werde. „Wie schon beim Dahlienfest“, erklärt Dietrich Heiland. Auf diese Weise können Gäste besser gezählt und im Notfall neue abgewiesen werden. Auch würden die Kontaktdaten aller Besucher und Besucherinnen erfasst. Wo kein 1,50 Meter großer Abstand eingehalten werde, müsse ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

„Wir wollten nicht einfach alles streichen, sondern mit dem planen, was derzeit noch möglich ist“, sagt Dietrich Heiland. So bekommen Köstritzer Senioren auch in diesem Jahr eine Einladung zur Seniorenweihnacht am 10. Dezember, die in diesem Jahr allerdings im Innenhof des Palais stattfinden soll. An gleicher Stelle werde am 24. Dezember der Weihnachtsgottesdienst abgehalten, da draußen noch gesungen werden dürfe. „Was ist ein Gottesdienst ohne Gesang?“, kommentiert Dietrich Heiland.

Abgesagt wurde dagegen der Weihnachtsmarkt in Münchenbernsdorf. Der Entschluss zu diesem Schritt wurde in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Soziales am Dienstag gefasst. Da sich die Situation deutschlandweit verschärfe, wolle man kein Risiko eingehen, heißt es vom Bürgermeister Andreas Stehfest (Pro Kommune FWG). Allerdings werde es einen Weihnachtsbaum geben und Girlanden in den Straßen aufgehängt – „für weihnachtliches Flair in der Stadt“, so Stehfest. Auch die Rentnerweihnachtsfeier muss coronabedingt ausfallen. Man hoffe aber, dass 2021 wieder mehr möglich sein wird.

Die Entscheidung zur Absage fiel in Ronneburg schon vor mehreren Wochen. Traditionsgemäß von Heimatverein, Feuerwehr und DLRG in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung organisiert, wird es in diesem Jahr kein Pyramidenfest geben. Besonders schmerzhaft für alle Beteiligten, weil in diesem Jahr das 20. Jubiläum gefeiert werden sollte. Da aber viele der Organisatoren selbst zur Risikogruppe gehören, werde auf den Markt mit Glühwein, Roster und Ständen von Kunstgewerbe, Spielzeug und Co. in der Bogenbinderhalle verzichtet. „Die Überraschung zum Jubiläum heben wir uns fürs nächste Jahr auf“, sagt Ilona Ziegler, Zweite Vorsitzende des Heimatvereins. Dann sollen die Feierlichkeiten zum 20. Pyramidenfest nachgeholt werden.

In Weida gibt es derweil noch Hoffnung auf einen Weihnachtsmarkt. Dieser würde traditionell am dritten Adventswochenende stattfinden, also am 12. und 13. Dezember. Eine Vorausschau von so vielen Wochen würde sich momentan niemand zutrauen und so warte man mit der Entscheidung zum Weihnachtsmarkt noch ab, heißt es von der Hauptamtsleiterin, Bettina Gunkel – mindestens bis nächsten Mittwoch, den 4. November. Wie auch immer dann entschieden werde, soll es auf jeden Fall einen festlich geschmückten Marktplatz samt Weihnachtsbaum geben. „Wir stehen in Kontakt mit den traditionellen Händlern“, erklärt Bettina Gunkel. So könne auch kurzfristig alles möglich gemacht werden. Auf ein Bühnenprogramm müsse in jedem Fall verzichtet werden und auch „das beliebte Adventscafé der Weidschen Kuchenfrauen kann es definitiv nicht geben“, teilt Bettina Gunkel mit.

Der traditionelle lebendige Adventskalender der evangelischen Kirche Weida steht ebenfalls noch auf der Kippe. Derzeit werde sich Gedanken über eine Umsetzung gemacht, Genaueres könne man aber erst mit den neuen Bestimmungen der Bundesregierung planen. „Wir müssen noch abwarten“, fasst Pfarrer Martin Schäfer die aktuelle Situation zusammen.