Wespennest ist Privatsache

Wer auf seinem Grundstück, an Haus, Schuppen oder Garage ein Wespennest entdeckt und meint: Da muss die Feuerwehr ran Fehlanzeige. Ein Wespennest ist Privatsache.

Wespennest im Garten. Foto: Holger Zaumsegel

Wespennest im Garten. Foto: Holger Zaumsegel

Foto: zgt

Gera. Das musste ein Leser unserer Zeitung aus Zschippern an einem heißen Sonntag erfahren, als er an einem Dachfenster des Kinderzimmers solch ein Nest entdeckte und sich über den Notruf Hilfe erhoffte. Zu allem Unglück hat er dann die Leitstelle offenbar vor Aufregung über ein "Bienennest" informiert und musste sich mit dem Verweis an einen Imker begnügen, da Bienenvölker in besonderer Weise zu schützen sind. Und dabei war er sich sicher, dass in einer solchen Situation in jedem Fall die Feuerwehr zuständig ist.

Eine Anfrage unserer Zeitung über die Pressestelle der Stadtverwaltung ergab jedoch: Generell werde die Feuerwehr der Stadt Gera im Zusammenhang mit Bienen oder Wespen zur Beurteilung und eventuellen Gefahrenbeseitigung vor Ort nur eingesetzt, wenn es sich um Bereiche des öffentlichen Lebens wie Altenheime, Kindergärten oder Schulen handelt und eine konkrete Gefahr vorliegt. Im privaten Bereich werde im Regelfall auf die Internetseite www.schwarmboerse.de verwiesen, über die man im Falle von Bienen einen Imker in der Nähe findet, oder gegebenenfalls auf einen Schädlingsbekämpfer verwiesen. Wespen- oder Bienenprobleme auf privatem Grund und Boden sind also in jedem Fall Privatsache und auch entstehende Kosten müssen selbst übernommen werden.

Im Zusammenhang mit dem "Fall Bienennest" gibt die Stadtverwaltung einige Tipps zum Umgang mit Wespen, Bienen, Hummeln und Hornissen. Stiche seien zwar schmerzhaft, aber nicht besonders gefährlich. Lediglich für Menschen mit Insektengiftallergie können sie schwerwiegende Folgen haben. Zu Vorbeugung generell wird empfohlen, Speisen und Getränke abzudecken, Kinder süße Getränke nur mit dem Strohhalm trinken zu lassen und Fallobst im Garten rechtzeitig aufzusammeln. Ohnehin sei Vorsicht beim Umherlaufen mit nackten Füßen geboten. Fliegennetze an Fenstern und Türen können Insekten fernhalten. Besonders geschützt sind laut Bundesnaturschutzgesetz übrigens Hummeln und Hornissen. Sie dürfen grundsätzlich nicht ohne besondere Genehmigung der Oberen Naturschutzbehörde bekämpft werden. Wespen unterstehen dem allgemeinen Schutz. Ohne triftigen Grund dürfen auch ihre Nester nicht entfernt werden.