Streit mit Wasser-Zweckverband

Widerspruch gegen Anschlussbescheide eingelegt

Wünschendorf.  Den 42 angrenzenden Grundstückseigentümern der Weidaer Straße flatterten mittlerweile die Anschlussbescheide ins Haus, womit der Streit mit dem ZVME weitergeht.

Blick auf die neu gebaute Weidaer Straße in Wünschendorf. Die 42 anliegenden Grundstückseigentümer haben vom Zweckverband Wasser/Abwasser "Mittleres Elstertal" ihre Anschluss-Bescheide erhalten.

Blick auf die neu gebaute Weidaer Straße in Wünschendorf. Die 42 anliegenden Grundstückseigentümer haben vom Zweckverband Wasser/Abwasser "Mittleres Elstertal" ihre Anschluss-Bescheide erhalten.

Foto: Christiane Kneisel

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Die Weidaer Straße in Wünschendorf ist seit einigen Wochen fertiggestellt. Dabei hat auch der Zweckverband Wasser/Abwasser „Mittleres Elstertal“ (ZVME) seine Versorgungsleitungen eingebracht. Den 42 angrenzenden Grundstückseigentümern flatterten mittlerweile die Anschlussbescheide ins Haus, womit der Streit mit dem ZVME in die nächste Runde geht. Denn diese sehen vor, dass jeder Eigentümer auf eigene Kosten eine Druckpumpstation auf seinem Grundstück errichtet. Die Wünschendorfer fordern dagegen den Anschluss – wie ursprünglich geplant – über eine zentrale Freispiegelentwässerung und zwei stationäre Pumpstationen, die der ZVME verantwortet.

„Ende August habe auch ich den Bescheid über den Anschluss an die Entwässerungsanlage des Zweckverbandes erhalten. Laut diesem Schreiben überträgt der ZVME mir die volle Verantwortung für die Druckpumpstation. Als Grundstückseigentümer muss ich mich beispielsweise gegen Rückstau aus dem öffentlichen Netz absichern. Ich muss Acht geben, dass die eingebaute Pumpe der Förderhöhe und dem Druck entspricht. Alle Wartungsarbeiten sind von mir zu übernehmen. Das, was sozusagen hinter der Grundstücksgrenze passiert, liegt nicht in der Verantwortung des Zweckverbandes“, erklärt René Liebold von der Bürgerinitiative. „Die Vorgaben sind sehr dürftig, ich fühle mich ziemlich allein gelassen“, so der Wünschendorfer, der damit nur der beauftragen Firma vertrauen könnte, dass diese die richtige Anlage einbaut. Was ihn besonders erbost: Zum Schluss fordert der Zweckverband eine maßstabsgerechte Zeichnung über die entsprechenden Leitungen und Einbauten auf dem Grundstück. „Wie kann man einerseits den Bau und die gesamte Wartung abgeben, andererseits aber Kontrolle über sämtliche Details einfordern?“ „Wenn am Ende die Druckleitung nicht funktioniert, sind wir die Dummen“, drückt es Anlieger Lothar Pfennig aus.

Die beiden Wünschendorfer befürchten zudem, dass viel höhere Kosten als anfangs vom Zweckverband mitgeteilt, auf sie zukommen. „Mein Kostenvoranschlag beläuft sich ohne Elektroanschluss auf knapp 12.000 Euro“, so Liebold. Lothar Pfennig bescheinigt selbige Kosten, wobei er nicht etwa irgend eine exotische Firma, sondern eine regionale beauftragt habe. „Da sind die regelmäßig nötigen Wartungsausgaben noch nicht mit eingerechnet“, so der Senior. Sie sehen durchschnittliche Kosten von 15.000 Euro auf die Grundstücksbesitzer zukommen. „Durch das Gefälle der Weidaer Straße besteht gar kein Grund, überhaupt eine solche Druckanlage mit 42 einzelnen Pumpstationen zu bauen“, verdeutlicht René Liebold nochmals den Standpunkt der Bürgerinitiative und bringt zugleich den ökologischen Aspekt ins Spiel: „Über den Stromverbrauch zum Betreiben jeder Anlage hat noch gar niemand gesprochen.“

Die meisten der betroffenen Grundstückseigentümer haben fristgemäß Widerspruch gegen die Anschluss-Bescheide eingelegt und holen sich anwaltlichen Beistand. „Wir müssen nun abwarten“, ist René Liebold gespannt, wie es weitergeht. Er weiß, dass es mittlerweile in Deutschland zig Bürgerinitiativen gegen eine derartige Anschlusspraxis gibt. „Denn unterm Strich ist das immer die billigste Anschlussvariante für den Zweckverband. Er wälzt die komplette Haftung auf die Leute ab.“

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