Greiz. Sabine Maria Schoeneich erzählt, was sie wieder nach Greiz und in die Lokalredaktion der OTZ gebracht hat.

Mit klopfendem Herzen stehe ich an der Tür der Lokalredaktion der OTZ. Gleich werde ich die Türklinke herunterdrücken und mein neues Leben beginnen, das mich in die Stadt meiner Kindheit geführt hat. Meine Gedanken schweifen zurück.

Ich laufe an der Hand meiner Oma durch Greiz. Wir sind mit dem Einkaufen fertig und müssen uns beeilen. Gleich fährt der Bus nach Untergrochlitz. Dort haben meine Großeltern einen Bauernhof mit Tieren und natürlich Katzen! Sicher habe ich daher meine Liebe zu diesen eigenwilligen Stubentigern. „Was wohl jetzt Kuno, Tattie und Seraphienchen machen?“, schießt es mir durch den Kopf. Die fanden die Umzieherei gar nicht lustig.

Die wunderschönen Schlösser mit ihrer Geschichte, die mich so faszinieren, sind ihnen mäusepiepegal. „Da müssen sie jetzt durch“, denke ich, atme noch einmal tief durch und öffne die Tür. Freundliche Gesichter blicken mich an. Herzlich werde ich in Empfang genommen. Mein neuer Arbeitsplatz mit Blick auf die Weiße Elster wird mir gezeigt.

Unweigerlich schaue ich auf das ruhig dahinfließende Wasser. Es trägt mich wieder zurück in die Tage meiner Kindheit. Barfuß stehe ich in dem großen Hof. Um mich herum springt ein Zicklein, dem ich die Flasche gebe. Mit ihr werde ich über die Jahre, in denen ich langsam erwachsen werde, durch den Wald streifen. Wir sammeln Pilze und Kräuter, die sie, wenn ich nicht aufpasse, heimlich aus dem Körbchen wieder heraus nascht. Erst viele Jahre später begreife ich, dass es diese Zeit war, die mich geprägt hat.

Daher stammt meine Liebe zur Natur, zum Vogtland mit seinen Wäldern, den sanften Bergen mit den grünen Tälern. Und dann gibt es natürlich noch die Vogtländer. Über ihre Geschichten möchte ich schreiben. Dafür bin ich hergekommen. Mit allen Fasern meines Herzens spüre ich, dass ich angekommen bin.