Ausstellung zur Geschichte der Greizer Museen

Greiz  Zum 90-jährigen Bestehen der Museen der Schloss- und Residenzstadt wird eine große Schau eröffnet

Das Untere Schloss am Schlossgarten.

Das Untere Schloss am Schlossgarten.

Foto: Tobias Schubert

In einer neuen Ausstellung, die am Sonnabend eröffnet wird, wollen die Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz im Unteren Schloss ihre eigene Geschichte in den Fokus nehmen. Das Datum ist nicht zufällig, denn die Tage um den 12. Oktober sollten sich immer wieder als wichtig in der Geschichte der Greizer Museen erweisen. So jährt sich beispielsweise an diesem Tag zum 90. Mal die Eröffnung des Reußischen Heimatmuseums im Festsaal des Unteren Schlosses – dem ehemaligen Residenzschloss der Fürsten Reuss Aelterer Linie.

Doch die Eröffnung dieser Einrichtung am 12. Oktober 1929 sei selbst nur das Ende einer langen Odyssee gewesen, so das Museum. Denn schon seit 1893 legte der Verein für Greizer Geschichte, in dem sich alle Bevölkerungsschichten allen voran fürstliche Bedienstete und Fabrikanten engagierten, eine Sammlung an, die in einem am 13. Oktober 1912 eröffneten kleinem Museum für die Greizer Geschichte in den Räumen der ehemaligen Webschule zu sehen waren. Dieses jedoch musste bereits 1920 wieder geschlossen werden. Die Sammlung wurde danach in eher ungeeigneten Räumen eingelagert.

Fahrt habe der Aufbau eines neuen Museum nach dem Tod von Heinrich XXIV., dem letzten Fürsten Reuss Aelterer Linie, am 13. Oktober 1927 wieder aufgenommen, wie das Museum schreibt. Daraufhin fielen seine Wohnräume im Unteren Schloss an das Finanzministerium in Weimar, das der Stadt Greiz ab März 1928 die museale Nutzung derselben ermöglichte. Dass das Heimatmuseum eröffnet werden konnte, sei wiederum vor allem den Greizer Einwohnern zu verdanken, allen voran dem Papierfabrikbesitzer Felix Günther sowie dem damaligen Oberbürgermeister Reinhard Erbe. Mit der Einrichtung der Stätte wurde Hanna Stirnemann betraut. Sie wurde später in Jena die erste Museumsdirektorin Deutschlands. Trotz Weltwirtschaftskrise und allgemeiner Wohnungsnot wurde ein kultureller Schwerpunkt gesetzt, dessen Auswirkungen bis heute in der Park- und Schlossstadt erkennbar ist. Immer wieder innerhalb der 90-jährigen Geschichte seien die Museen auch ein Spiegelbild der vorherrschenden gesellschafts-politischen Vorgänge gewesen. Die NS-Zeit sowie die DDR-Zeit haben bis heute in den historischen Räumen deutliche Spuren hinterlassen. So seien die Ausstellungen zum einen durchaus ideologisch geprägt gewesen und hätten, wie schon bei der Umgestaltung zum Museum, zum anderen zu großen Umbauarbeiten geführt. So sei beispielsweise in der DDR-Zeit historische Bausubstanz vorsätzlich zerstört worden – die Ausstellungsinhalte zur Geschichte der Arbeiterklasse korrespondierten nicht mit den historischen Raumfassungen. Die Prunköfen wurden abgerissen und die Entfernung der Seidendamaste von den Wänden erfolgte sehr gründlich, sodass die Restaurierung der Räumlichkeiten nur durch historische Fotografien des Hoffotografen Heinrich Fritz aus den Museumsbeständen erfolgen konnte.

Erst nach der Wiedervereinigung hätte es ein Umdenken und eine Rückbesinnung auf die historische Tradition gegeben, sowohl im Unteren als auch im Oberen Schloss, so das Museum. Die Wiederherstellung dieser repräsentativen Räume der Greizer Residenzschlösser in ihrer historischen Funktionalität ist seitdem eine denkmalpflegerische Zielsetzung.

Die Ausstellung möchte es den Besuchern ermöglichen, auf Spurensuche durch die Geschichte zu gehen – beginnend bei der letzten Umbauphase des Unteren Schlosses in seiner Funktion als Wohnschloss der Fürsten, die 1886 abgeschlossen war. So werden in der Sonderschau viele noch erhaltene visuelle Eindrücke und originale Texttafeln der vergangenen 90 Jahre erstmals als historische Zeugnisse präsentiert.

Meine Meinung:

Die Ausstellungseröffnung findet am 12. Oktober ab 18 Uhr im Festsaal im Unteren Schloss mit einem Festkonzert der Jungen Hofkapelle unter Leitung von Kantor Ralf Stiller statt. Die Schau ist bis 24. November zu sehen.

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