Firmenjubiläum

Autohaus in Greiz gibt es nun schon 50 Jahre

Greiz/Langenwetzendorf.  Sein erster Auftrag war ein Traktor: Vor 50 Jahren gründete Jürgen Kühnert in Cossengrün eine Werkstatt. Heute hat das Autohaus sechs Standorte.

Drei Generationen, ein Unternehmen. Von links: Der heutige Chef Ralf Kühnert mit Tochter Katharina Kühnert, Firmengründer Jürgen Kühnert mit Frau Angelika

Drei Generationen, ein Unternehmen. Von links: Der heutige Chef Ralf Kühnert mit Tochter Katharina Kühnert, Firmengründer Jürgen Kühnert mit Frau Angelika

Foto: Tobias Schubert

Als Jürgen Kühnert am 1. Dezember 1969, also vor fast genau 50 Jahren, in Cossengrün eine Werkstatt für Trabis eröffnete und als ersten Auftrag die Elektrik eines Traktors reparierte, hätte er es sich wahrscheinlich kaum träumen lassen, was einmal daraus werden würde. Heute beschäftigt die Autohaus Kühnert GmbH und Co. KG rund 150 Mitarbeiter an sechs Standorten in Thüringen und Sachsen.

„Wir haben uns Schritt für Schritt weiterentwickelte“, schaute Jürgen Kühnert gestern am Rande eines Pressetermines anlässlich des 50. Jubiläums auf die vergangenen Jahrzehnte zurück.

Nachdem er, gemeinsam mit Frau Angelika, seine erste Werkstatt in einem teils umgebauten Bauerngehöft gründete, habe ihn stets sein Wille zur ständigen Weiterentwicklung vorangetrieben. „Ich war immer für Innovation. Das hat mich und mein Umfeld geprägt.“ So ging es stetig voran mit dem Unternehmen, trotz der Schwierigkeiten in der DDR beispielsweise in der Ersatzteilbeschaffung konnte beispielsweise in den 1970er-Jahren ein Vertrag mit dem Sachsenring abgeschlossen werden. Und wo es nichts gab, half man sich selbst, erinnert sich der Firmengründer. So wollte er in den 1980-er Jahren seinen Betrieb auf EDV umstellen und schrieb die notwendigen Programme dafür selbst.

Neubau nur in der Heimat

Doch die politische Wende sollte auch zu einer Wende im Leben Kühnerts und seiner Familie werden. Nachdem er noch Ende der 1980er- Jahre in die BRD ging und als Meister in einem BMW-Betrieb begann, konnte er diese Werkstatt mit der Wende übernehmen und gründete mit Sohn Ralf neu. „Das war der Anfang von allem, wie es heute ist“, sagt Jürgen Kühnert. Denn die Zulassung als BMW-Händlerbetrieb blieb bestehen und feiert nächstes Jahr 30. Jubiläum.

Schnell sei auch klar gewesen: „Wenn wir neu bauen, dann in der Heimat“, erklärt der Firmengründer, warum sich das Vater-Sohn-Gespann schließlich für eine Rückkehr entschied. 1991 bezogen Jürgen und Ralf Kühnert mit ihren Mitarbeitern ein kurzfristig umgebautes Objekt in der Greizer Turnerstraße, danach ging es Schlag auf Schlag. Im Juli 1993 wurde das neu gebaute Autohaus im Gewerbegebiet Gommla eröffnet, im November nach Umbau eines einstigen Möbelbetriebes schon die erste Außenstelle in Schleiz.

2001 wurde im sächsischen Reichenbach neu gebaut, im Juli 2008 ein Autohaus in Hilmersdorf und im Oktober 2008 eines in Saalfeld übernommen. Mit Schneeberg kam dann im Jahr 2013 die vorerst letzte Außenstelle dazu.

Danach richtete die Firma wieder den Blick nach Greiz, da allerdings schon unter der alleinigen Regie von Ralf Kühnert. „Das alles ist das Werk meine Sohnes“, freut sich Jürgen Kühnert.

Im Oktober konnte auf einer Fläche von 3,5 Hektar der Spatenstich für die neue Firmenzentrale am Daßlitzer Kreuz gesetzt werden, pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum wurde sie im Mai 2019 eingeweiht.

„Mehr Innovation geht nicht“, sagt Jürgen Kühnert auf die Frage, wie er das Unternehmen heute im Vergleich zu seiner Werkstatt in Cossengrün sieht. Es sei eine tolle Entwicklung, auf die er sehr stolz sei. Umso mehr, da auch die Zukunft der Firma gesichert scheint und sie voraussichtlich in Familienhand bleibt: Katharina Kühnert, Tochter von Ralf Kühnert, ist die dritte Generation, die mit der GmbH in Verbindung kommt. Sie arbeitet inzwischen als Verkaufsleiterin im Unternehmen.

Für seine Leistungen und das Jubiläum wurden Ralf und Jürgen Kühnert gestern mit Urkunden von Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer geehrt.

Zudem war Jürgen Kühnert 2019 auch mit dem Goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer für 50 Jahre Meisterjubiläum geehrt worden.

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