Bauhausmuseum für Kinder in Berga

Berga  Seit August gibt es ein neues Projekt beim Verein Kulturwerk Alte Gärtnerei. Die Ergebnisse können alle anschauen.

Die teilnehmenden Kinder vor ihrem Bauhausmuseum.

Die teilnehmenden Kinder vor ihrem Bauhausmuseum.

Foto: Andrea Wolf

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2019 ist Bauhausjahr, doch nicht nur in Städten wie Weimar oder Erfurt, sondern zum Beispiel auch in der Elsterstadt Berga, wo unter der Organisation des Vereins Kulturwerk Alte Gärtnerei ein besonderes Projekt entstanden ist, an dem nicht nur Kinder ihre Freude haben sollen.

Seit August haben Grundschulkinder, zwölf nehmen aktuell am Projekt teil, auf dem Gelände der Alten Gärtnerei nahe des Klubhauses ein eigenes kleines Museum aufgebaut bekommen – einen liebevoll dekorierten Bauwagen, der derzeit voll mit Bildern hängt, die seit August unter dem Motto „Paul Klee und der Gesang des blauen Baumes“ entstanden. Noch bis zum 30. Oktober können sich Besucher die erstaunlichen Werke anschauen, bevor die nächste Schau ab 30. November ansteht – dann unter dem Titel „Von Engeln und Fischen und Dingen dazwischen“.

Verein wurde 2012 gegründet

Zustandegekommen sind die kreativen Bilder anlässlich eines Bauhausprojektes für Kinder, das innerhalb des Bergaer Vereins angesiedelt ist und von der Thüringer Staatskanzlei und der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen mbH (GFAW) finanziell gefördert wird, wie Andrea Wolf erklärt. Durch diese Unterstützung sei das Projekt für die nächsten drei Jahre abgesichert, aber man habe vor, es auch danach noch weiterzuführen.

Entstanden sei die Idee, die momentan innerhalb der schon länger existierenden Arbeitsgemeinschaft/Kinderwerkstatt „Kunst und Natur“ mit Bergaer Schülern realisiert wird, durch die Beobachtungen, was die moderne, schnelllebige, stressgepeitschte Zeit mit Kindern machen würde, erklärt Wolf. Kinder würden, bedingt durch unter anderem übermäßigen Leistungsdruck und mangelnde Spiel- und Erlebnismöglichkeiten, immer öfter Konzentrationsschwächen, Kontaktprobleme und erhöhte Aggressivität zeigen. Der Verein wolle mit dem neuen Angebot eine Lücke füllen und „nachhaltige Wahrnehmungs- und Erfahrungsräume öffnen“. Man wolle Alternativen zeigen, etwa das aktive Gestalten anstatt des passiven Konsumierens. Zudem sollen die Kinder lieber durch eigene Erfahrungen selbstbestimmt Lernen, anstatt abstrakt Wissen zu vermittelt zu bekommen. Aus diesen Faktoren und dem Bauhausjubiläum heraus, sei die Idee gekommen.

Auch wenn momentan nur Grundschüler teilnehmen, soll das Projekt, das saisonal von April bis Ende Oktober läuft, nicht auf sie beschränkt sein. Angestrebt sei für die Zukunft beispielsweise eine Zusammenarbeit mit der Bergaer Regelschule. Zudem sind auch Erwachsene eingeladen, das kleine Museum mit seinen Werken, die nicht nur auf Bilder beschränkt sind, zu besichtigen.

Die Kinder, die gestern schon begannen, an der nächsten Schau zu arbeiten, sind begeistert von der Aktion. „Ich mache das sehr gerne“, freute sich die achtjährige Martha. „Man kann filzen und malen, schöne Dinge herstellen.“ Melina (7) hat vor allem die Arbeit an Holzigel und Holzfrosch Spaß gemacht, während sich Nina (9) freute, dass sie die Sachen, nachdem sie im Museum ausgestellt wurden, auch mit nach Hause nehmen kann. Auch Finn (7) ist begeistert vom Basteln. Geht es nach ihnen, so ist schon klar, dass sie alle weitermachen wollen. Auf die entsprechende Frage erklang gestern ein lautes „Ja“ aus allen Kehlen.

Der Verein Kulturwerk Alte Gärtnerei in Berga wurde 2012 gegründet, auch wenn schon 2008 mit der Arbeit begonnen wurde. Aktuell besteht er aus sieben Mitgliedern, die sich der Kultur- und Naturarbeit mit Erwachsenen und Kindern verschrieben haben. Auf dem weitläufigen Areal in der Brauhausstraße werden neben der Kinderwerkstatt beispielsweise auch Filz- und Holzgestaltungskurse angeboten. Zudem gibt es Projekte mit Kitas und Schulen sowie Ferienfreizeiten oder Kindergeburtstagsfeiern. Auch beim Osterpfad macht der Verein mit und zeigt jedes Jahr zur Adventszeit eine Weihnachtsausstellung.

Derzeit sind alle Plätze im Projekt Bauhausmuseum belegt, ab April geht es wieder los. Wer auch mitmachen möchte, kann sich unter der E-Mail-Adresse holzrest@freenet.de melden. Die nächste Schau im Bauhausmuseum läuft vom 30. November bis 28. Februar und kann zu den Öffnungszeiten am Samstag und Sonntag, jeweils von 13 bis 16 Uhr besichtigt werden.

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