Bernd Franke mit höchstem Karnevalsorden ausgezeichnet

Berga.  Der Bergaer ist Gründungsmitglied des Berg’schen Carnevalsverein und ist bis heute seinem Verein treu geblieben.

Der Bergaer Bernd Franke mit dem Großen Verdienstorden in Gold mit Brillanten, die höchste Auszeichnung, die der Bund Deutscher Karneval (BDK) vergeben kann.

Der Bergaer Bernd Franke mit dem Großen Verdienstorden in Gold mit Brillanten, die höchste Auszeichnung, die der Bund Deutscher Karneval (BDK) vergeben kann.

Foto: Tobias Schubert

Wenn man vom Berg’schen Carnevalsverein 1965 und seiner Entstehung spricht, kommt man an einem Namen kaum vorbei. Bernd Franke gründete den Verein mit, ist heute Ehrenmitglied und erhielt für seine Verdienste nun den Großen Verdienstorden in Gold mit Brillanten, die höchste Auszeichnung, die der Bund Deutscher Karneval (BDK) vergeben kann. Seit circa 50 Jahren ist er nun dem Verein treu.

Als man 1962/1963 die ehemalige, heute abgebrannte Stadthalle in Berga für Veranstaltungen erhielt, sei der Gastwirt dort auf die Idee gekommen, ein Bockbierfest zu machen, erinnert sich Franke. Und weil dieses so gut lief, kam man auf die Idee, einen Fasching oder Karneval zu organisieren. „Wir haben einfach angefangen“, erinnert sich Franke.

Damals hatte man noch keine Kostüme, sagt Franke, außer ein paar rote Mäntel aus dem Klubhaus. Ein paar Stücke wurden einstudiert, eine Gruppe Mädchen fand sich für die Tänze, aus Krepppapier wurden Röcke gebastelt. Auch wenn alles auch aus Geldmangel ein wenig improvisiert wurde: „Es kam so gut an, dass wir es im nächsten Jahr gleich noch einmal machten“. Und das zu einer Zeit, in der Karneval in der Region kaum verbreitet war: „Wir waren die Ersten“, erinnert sich Franke.

Von einer kleinen Gruppe zum Verein

1965 wurde aus der kleinen Gruppe Narren schließlich der Berg’sche Carnevalsverein, der in den Folgejahren immer weiter wuchs. Franke wurde für mehr als zehn Jahre Vorsitzender. Zum Teil konnten mehr als 60 Mitglieder gezählt werden. Eine Teeniegruppe entwickelte sich, schon zu DDR-Zeiten wurde beispielsweise auch der Seniorennachmittag eingeführt, alles wurde ehrenamtlich organisiert.

Zwischen 400 und 500 Gäste bei den größeren Veranstaltungen „hatten wir immer“, sagt der Bergaer. Auch das Klubhaus – neben der Stadthalle der zweite Spielort, dessen Leitung Franke später auch für rund zehn Jahre übernahm – sei „immer brechend voll“ gewesen.

Auch wenn Franke heute nicht mehr aktiv in seinem Verein ist, ist er ihm immer noch verbunden und beratend tätig. Auch bei den Veranstaltungen ist er nach wie vor als Zuschauer dabei, wenn es irgendwie geht. Den Verdienstorden bekam er am 11.11. beim traditionellen Kanonenschuss verliehen. Weil dies durch die Corona-Pandemie nicht wie üblich durch den BDK-Vorstand geschehen konnte, übernahm der heutige Präsident des Bergaer Vereins, Bernd Polster, die Aufgabe.

„Wissen Sie wie stolz ich heute auf den Verein bin?“, schaut Franke glücklich auf die vergangenen Jahre und die heutige Vereinstätigkeit. „Am Anfang war manchmal der Wurm drin, aber es konnte sich immer jemand begeistern lassen, den Verein zu führen.“ Lobende Worte gibt es deswegen auch für Bernd Polster, der ein toller und aktiver Präsident sei.

„Wir haben den Karneval in all den Jahren niemals ausfallen lassen müssen“, ist Franke, der auch schon vereinsintern mit der goldenen Eichel ausgezeichnet wurde, bis heute stolz. Auch wenn das in der aktuellen Saison vielleicht der Fall sein wird – die erste größere Veranstaltung, die für vergangenen Sonnabend geplant war, musste schon ausfallen – so geschehe dies aber nicht durch die Schuld des Vereins. Meine Meinung