Der Aubach in Greiz wird neu gebettet

Greiz  Hochwasserschäden werden für mehrere Millionen Euro beseitigt. Im kommenden Frühjahr sollen die Bauarbeiten in einem weiteren Abschnitt beginnen

Bertram Koch am Aubach-Abschnitt hinter dem ehemaligen DDR-Museum. Eine Bohrpfahlwand muss hier gebaut werden.

Bertram Koch am Aubach-Abschnitt hinter dem ehemaligen DDR-Museum. Eine Bohrpfahlwand muss hier gebaut werden.

Foto: Katja Grieser

Gut sechs Jahre ist es her, als die Region geflutet wurde. Die Schäden des verheerenden Hochwassers sind längst nicht behoben. Größte Maßnahme der Stadt ist der Aubach, an dem aktuell an mehreren Stellen gearbeitet wird. Vereinfacht lässt sich sagen: Der Aubach braucht mehr Platz, bekommt deshalb jetzt ein deutlich breiteres Bett.

Wie wichtig das ist, hat sich nicht nur bei der Flut 2013 gezeigt, sondern erst in diesem Jahr. Es war lediglich ein Starkregen, der am 12. Juni niederging. „Da wurde deutlich, wie unberechenbar kleine Bäche und Flüsse sind. Schlagartig hat sich das Wasser verteilt, Brauerei- und Oßwaldstraße wurden überschwemmt, Keller sind vollgelaufen“, berichtet der Greizer Bauamtsleiter Bertram Koch. Rohre, in denen der Bach zum Teil verläuft, haben die Wassermassen nicht bewältigen können.

Über 100 Bohrpfähle werden benötigt

Mit knapp 2,4 Millionen Euro die größte Einzelmaßnahme der Stadt, die sie zu 100 Prozent aus Fördermitteln finanzieren kann, ist der Aubach-Abschnitt entlang der Landesstraße Richtung Mohlsdorf. „Es ist gut, Platz zu haben“, sagt Koch mit Blick auf den Bereich an der Volkssportanlage. Dort kann das Flussbett relativ unproblematisch erweitert werden und durch die Böschung sieht der „neue“ Aubach-Abschnitt auch sehr attraktiv aus.

Schwieriger gestaltet sich das Ganze durch die Landesstraße. „Dort reicht der Platz nicht für eine Böschung“, erklärt der Bauamtschef. Deshalb wird eine Hochwasserschutzwand gebaut, für die über 100 Bohrpfähle in die Erde kommen.

Froh ist Bertram Koch, in der Hoch und Tiefbau GmbH Reichenbach ein Unternehmen gefunden zu haben, das über die entsprechende Technik und das Knowhow verfügt, um diese anspruchsvolle Aufgabe erledigen zu können.

Ende 2020 sollen die Arbeiten in diesem Abschnitt beendet sein.

Gut 1,6 Millionen Euro werden in den Aubach-Bereich investiert, der sich hinter dem Gebäude des ehemaligen DDR-Museums, das einem Privatmann gehört, befindet. Auch hier muss eine Bohrpfahlwand gebaut werden. „Es gab hier keinen tragfähigen Baugrund. Fels haben wir erst in sechs, sieben Metern Tiefe“, erzählt Koch. Um eine Schutzmauer errichten zu können, musste also wieder tief gebohrt werden.

Im Frühjahr soll weiterer Bauabschnitt beginnen

Hier wie an vielen anderen Stellen war der Aubach extrem eingeengt, hatte also etwa im Fall von Dauerregen keinerlei Chance, sich auszubreiten, ohne Schaden anzurichten.

Noch bevor stehen die Bauarbeiten im Abschnitt hinter der Firma Finstral. „Wir hoffen, im Frühjahr damit beginnen zu können“, sagt der Greizer Bauamtschef.

Dank der Mittel, die in den letzten Jahren aus dem Topf der Flutschadensbeseitigung geflossen sind, konnten bereits diverse Baumaßnahmen durchgeführt werden, die sich die Stadt sonst nicht hätte leisten können. Und zwar so wichtige Projekte, die Greiz künftig vor Hochwasserschäden wie denen im Jahr 2013 bewahren sollen. Die Hochwasserschutzförderung binde allerdings auch Personal in der Stadtverwaltung, betont der Bauamtsleiter: Allein zwei Mitarbeiter aus dem Bereich Tiefbau seien dauerhaft damit beschäftigt, darüber hinaus eine Kraft, die sich um Fördermittel, deren Beantragung und Abrechnung kümmert, so Bertram Koch.

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