Der Greizer Theaterherbst trauert um Ruth Seifert

Greiz.  Langjährige Mitspielerin und früheres Vorstandsmitglied des Greizer Vereins ist im Alter von 99 Jahren gestorben.

„Niemals geht man so ganz“: Ruth Seifert, langjährige Mitspielerin und einstiges Vorstandsmitglied des Greizer Theaterherbstes, ist tot; in den Herzen der Vereinsmitglieder wird sie lebendig bleiben.

„Niemals geht man so ganz“: Ruth Seifert, langjährige Mitspielerin und einstiges Vorstandsmitglied des Greizer Theaterherbstes, ist tot; in den Herzen der Vereinsmitglieder wird sie lebendig bleiben.

Foto: Karsten Schaarschmidt

Der Vorstand, die Mitglieder des Greizer Theaterherbstes und dessen künstlerischer Leiter, Martin Heesch, sowie Projektmanagerin Daniela Weinbrecht trauern um Ruth Seifert. Sie starb in der Nacht zum 20. März im Alter von 99 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit.

Als langjährige Mitspielerin und früheres Vorstandsmitglied prägte sie den Verein wie nur wenige andere. Die Vereinsmitglieder werden Ruth Seifert stets in ehrender Erinnerung bewahren und ihr in Dankbarkeit gedenken.

Bis ins hohe Alter die Bühne geliebt

Ruth Seifert, die in ihrem Arbeitsleben unter anderem viele Jahre als Richterin in Greiz tätig war, liebte die Bühne bis ins hohe Alter. Kein Wunder, hatte sie doch schon als Jugendliche den Wunsch, Schauspielerin zu werden. Diesen Wunsch erfüllte sie sich schließlich in ihrem Unruhestand beim Theaterherbst. Mit ihrem wunderbaren Spiel, ihrem Ausdruck und ihrer Präsenz spielte sie sich in zahlreichen Theaterherbst-Produktionen in die Herzen der Zuschauer; erinnert sei an an die szenische Lesung von Ferdinand von Schirachs „Terror“ im Sitzungssaal des Amtsgerichts 2017, in der sie die Rolle der Richterin übernahm, an ihren berührenden Monolog als Clown in der Clowns-Werkstatt „Es ist einmal“ 2016, an ihre Rolle in der Schauspielwerkstatt für Senioren „Im Klassenzimmer regnete es unaufhörlich...“ nach Michael Ende im Jahr 2014 oder ihre Auftritte als Weißgeist.

Parallel in mehreren Produktionen mitgewirkt

Aber oft war es bei früheren Festivals nicht nur eine Werkstatt, in die sich Ruth Seifert einbrachte, sondern mitunter wirkte sie voller Tatendrang gleich in drei oder vier Produktionen pro Festival mit. Ihr großartiges Engagement bescherte ihr von Beginn an die Achtung und den Respekt des Publikums und der Mitglieder des Vereins.

Doch nicht nur als Spielerin war Ruth Seifert aktiv. Für mehrere Jahre lenkte sie ab 1999 als Vorstandsmitglied des Theaterherbstes die Geschickte des Vereins mit und verhalf dank ihres Beitrags dem Verein zu Ansehen. Mit Rat und Tat stand sie dem Verein stets beiseite und war bis zuletzt verlässliche Ansprechpartnerin.

Mit Ruth Seifert verlieren wir eine kluge, liebenswerte Frau, aber auch Greiz eine bedeutende Persönlichkeit, die bis zuletzt voller Neugier und Wissensdrang war. Mit ihr zu plaudern, war anregend und trotz altersbedingter, körperlicher Schwächen war sie geistig jung geblieben wie eine Mittzwanzigerin. In der Erinnerung wird sie in allen Theaterherbst-Herzen weiterleben und uns dennoch im Hier und Jetzt fehlen.

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