Die Vielfalt in der Greizer Natur

Zeulenroda-Triebes.  Andreas Martius zeigt auf einer Rundreise durch den Landkreis etwa 190 Tier- und Pflanzenarten

Uhu fotografiert von Frank Leo ist er mittlerweile im Elstertal wieder zu finden.

Uhu fotografiert von Frank Leo ist er mittlerweile im Elstertal wieder zu finden.

Foto: Tina Puff

Am Dienstagabend öffneten sich die Türen des ehemaligen Zeulenrodaer Kinos Odeon für einen Vortrag von Andreas Martius, gespickt mit eindrucksvollen Tier- und Landschaftsaufnahmen des Greizer Naturfotografen Frank Leo.

Unter Coronabedingungen war der Saal ausgebucht. Knapp 38 Gäste waren der Einladung von Eckhard Titz, Mitglied der Nabu-Ortsgruppe Zeulenroda-Triebes, gefolgt, um dem gut zweistündigen Vortrag unter dem Titel „Wildes Vogtland“ zu folgen. Die Zeulenrodaer Ortsgruppe lädt seit nun schon 15 Jahren jährlich zu verschiedenen Veranstaltungen ein.

Martius, Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Greiz, hat diesen Vortrag auch schon in Greiz gehalten. „Ich möchte die Neugier an der Schönheit unserer Natur wecken. Gerade jetzt in Coronazeiten entsinnen sich ja immer mehr Menschen der Natur vor ihrer Haustür. Und viele wissen gar nicht, was es da für Naturschönheiten gibt“, erzählt er.

Ursprünglich hielt der Zeulenrodaer Urlaubsvorträge, berichtete von seinen Trips nach Afrika oder Costa Rica. Dann kamen die Naturvorträge hinzu, gespickt mit Bildern der Foto-Datenbank Fokus-Natur.de der beiden Naturfotografen Torsten Pröhl und Frank Leo.

Martius hatte sich anfangs mit Leo zusammengetan, um Schulungen zu gestalten. Später entschlossen sich die beiden, etwas richtiges zu machen. Entstanden ist der zweistündige Vortrag, gespickt mit Bildern von 190 Tier- und Pflanzenarten aus dem Landkreis Greiz.

Bei seinem Vortrag über den Landkreis begann Martius im Nordwesten und arbeitete sich im Uhrzeigersinn weiter. Er erklärte unter anderem, dass der Landkreis aus etwa 25 Prozent Wald und aus 60 Prozent Ackerland besteht. und das die Landschaft um Bad Köstritz schon seit je her eine halboffene Steppenlandschaft ist mit Streuobstwiesen. Dort werden mittlerweile Koniks – eine Ponyrasse aus dem mittel- und osteuropäischen Raum – zur Landschaftspflege eingesetzt.

Auch für einen Abstecher auf die Erlebnisinsel Rückersdorf warb Martius.

Diese habe sich auf einem ehemaligen Sprengmittellager der Wismut zu einer einzigartigen Naturoase mit 21 Biotopen entwickelt. Weiter ging es mit dem Elstertal zwischen Greiz und Wünschendorf – eine ausgewiesenes Schutzgebiet für Flora, Fauna, Habitat (FFH) als auch Vogelwelt (SPA). Als Beispiele für die Pflanzen- und Tierwelt nennt Martius unter anderem Fischotter, Uhu, Haselmaus und Siebenschläfer – vor allem im Krümmetal – Wanderfalke oder breitblättriges Knabenkraut – eine Orchidee.

Dabei erwähnt der Zeulenrodaer, dass die Hammerwiesen im Fürstlich Greizer Park, die größten Vorkommen des breitblättriges Knabenkrautes Deutschlands seien. Mit Seefrosch und Tintenfischpilz setzt er seine Aufzählung fort und erwähnt, dass im FFH-Gebiet Steinicht Wildkatzen zu finden seien. Er erklärt, dass diese Tiere sehr scheu seien und es nur durch genetische Untersuchungen oder Autopsien möglich sei, festzustellen, ob es Wild- oder Hauskatzen seien. Hauskatzen hätten ein kleineres Gehirn und einen längeren Darm.

Die Gäste lauschten interessiert den Ausführungen, obwohl es nicht ganz einfach war. Die Technik spielte nicht immer mit – ein Wackler im Mikrofon. So verstanden die Besucher in den letzten Reihen nicht immer alles, was Martius sprach.