Drei Millionen Euro für den Greizer Park

Greiz.  Er wird für das Modellprojekt zur Klimaanpassung in urbanen Räumen gefördert. Damit will man auch auf den Klimawandel reagieren.

Spaziergänger im Greizer Park.

Spaziergänger im Greizer Park.

Foto: Tobias Schubert

Gute Nachrichten für den Greizer Park: Wie der Volkmar Vogel (CDU), Bundestagsabgeordneter und parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, mitteilt, hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags beschlossen, den Greizer Park mit drei Millionen Euro für das Modellprojekt zur Klimaanpassung in urbanen Räumen zu fördern.

Im Prinzip sind es zwei große Projekte, die man mit dem Geld umsetzen möchte, sagt Franz Nagel, Pressesprecher der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Zum einen will man den Parksee revitalisieren, damit er wieder seine Funktion für Park und Stadt ausüben könne. Darunter fällt unter anderem die Entschlammung des Teiches, die das letzte Mal vor Jahrzehnten erfolgt sei. Auch will man den Teich regenerieren und das Ufer sanieren, damit dieser als Lebensraum wieder seine ökologische Funktion ausüben kann.

Das zweite Projekt hängt mit dem Klimawandel zusammen, der auch den Greizer Park betrifft. Erst jüngst hatten wir berichtet, dass mehrere, zum Teil über 200 Jahre alte Bäume demnächst gefällt werden müssen, weil sie durch die Trockenheit der vergangenen Jahre zu sehr geschädigt wurden. Mit dem Modellprojekt will man sich auch diesem Problem annehmen und die Parkvegetation resilienter also widerstandsfähiger machen, wie Nagel sagt. Das könne durch die Nachzucht einheimischer Gewächse geschehen, die sich bewährt hätten, oder auch durch die Suche nach Alternativen. Man wolle die Vegetation fit für die verändernden Klimabedingungen machen und die grüne Lunge für die Stadt erhalten und stärken.

Allerdings weist Nagel darauf hin, dass bisher nur eine Projektskizze eingereicht wurde, bei der man sich freue, dass sie offensichtlich überzeugt habe. Ein Projektantrag muss noch gestellt werden. Es wird also noch etwas dauern, bis die Bagger rollen können.

„Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sind anspruchsvoll: Bis zum Jahr 2050 soll weitgehend Treibhausgasneutralität erreicht werden“, heißt es in der Pressemitteilung von Vogel. Das Sonderprogramm zur Förderung von Maßnahmen zur Klimaanpassung verstehe sich als Beitrag des Bundes zur klimaangepassten Stadtentwicklung. Die Modellprojekte sollen wissenschaftlich begleitet werden.

„Grünlagen, wie der Fürstlich Greizer Park, sind wichtige Orte der Begegnung und der Erholung für die Bürger. Zudem tragen sie zur CO2-Minderung bei und verbessern das Klima. Sehr gelitten hat das mehr als 40 Hektar große Areal unter dem Jahrhunderthochwasser 2013. Doch nun macht ihm die anhaltende Trockenheit zu schaffen. Ich freue mich, dass der Bund hilft, im Greizer Park Maßnahmen zur Klimaanpassung und Modernisierung zu entwickeln und umzusetzen“, wird Vogel zitiert. Die klassizistisch geprägte Anlage zwischen Elsterufer und Parkteich mit seinen barocken Elementen sei etwas ganz Besonderes. Seit 2009 gilt der Park samt Sommerpalais und Orangerie als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung.

Insgesamt stellt der Bund für das Modellprojekt zur Klimaanpassung in urbanen Räumen 200 Millionen Euro zur Verfügung, informiert Vogel. Darauf entfallen in diesem Jahr 20 Millionen Euro Ausgabemittel und in den Folgejahren Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 180 Millionen Euro (80 Millonen Euro in 2021, 60 Millionen in 2022 und 40 Millionen im Jahr 2023). Die Förderung erfolge im Regelfall durch eine nicht rückzahlbare Zuwendung in Höhe von bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben beziehungsweise Kosten. Der Mitfinanzierungsanteil beträgt mindestens zehn Prozent zuzüglich Planungskosten.