Endlich wieder Karten kloppen

Zeulenroda-Triebes.  Erste Treffen beim 1. Skatclub Zeulenroda Karpfenpfeiffer seit Beginn der Corona-Pandemie-Maßnahmen

In Zeulenroda-Triebes wird nch den Corona-Beschränkungen seit Anfang Juli wieder Skat gepielt.

In Zeulenroda-Triebes wird nch den Corona-Beschränkungen seit Anfang Juli wieder Skat gepielt.

Foto: Marc Til

„Ich habe schon lange nicht mehr richtig Skat gespielt – seit die Gaststätten wegen Corona geschlossen wurden“, sagt Margitta Schubert, die Vorsitzende des 1. Skatclubs Zeulenroda Karpfenpfeifer.

Um so mehr freute sie sich auf den 8. Juli. Denn an diesem Tag veranstaltete der Verein zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Maßnahmen wieder seinen traditionellen Clubabend, 18 Uhr, im Ratskeller der Stadt.

Den zwölf Vereinsmitgliedern haben die strengen Auflagen und die damit verbundene Zwangspause sehr zu schaffen gemacht. „Es gibt zwar vernünftige Angebote zum Skatspielen im Internet. Und einige davon nutze ich selbst auch – wenn ich auch nie um Geld spiele“, erzählt Margitta Schubert. „Aber viele Ältere haben keinen Computer. Neben mir spielen auch bis zu drei weitere Vereinsmitglieder mit. Aber im Internet gegen Unbekannte zu spielen ist doch etwas ganz anderes als in der gemütlichen Atmosphäre einer Gaststätte die Mitspieler direkt anschauen zu können.“ Kein Wunder also, dass die Vereinsvorsitzende es kaum erwarten konnte, bis es wieder losging. Fragt man sie, was sie am Skatspiel so fasziniert, dann muss Margitta Schubert nicht lange überlegen: „Man kommt unter Leute, muss sein Denkvermögen anstrengen. Und Skat ist einfach ein interessantes Spiel, bei dem man immer wieder etwas Neues erlebt“, kommt sie geradezu ins Schwärmen.

Sorgen bereitet der Vereinsvorsitzenden nur, dass das Interesse der Jugend an diesem schönen Kartenspiel nicht sehr groß ist und dass es derzeit keinen Skat-Nachwuchs gibt. „Wir haben Kurse an der Schule und kostenlose Mitgliedschaften angeboten – aber es gab kaum Resonanz.“

Dabei könne man auch noch im hohen Alter am Preisskat teilnehmen. „Bei einem Turnier war mal ein Spieler aus einem anderen Verein dabei, der 95 Jahre alt und noch sehr fit war“, erzählt Margitta Schubert. „Im Grunde kann man Skat spielen, bis es nicht mehr geht – so lange man geistig gut drauf ist. Aber keine Sorge, man bekommt es schon gesagt, wen man zu viel Mist baut…“

Auf die Frage, wie lange es dauert, bis man ein guter Skatspieler ist, ruft die Vereinsvorsitzende: „Oh, das kann man nicht sagen. Manche gewinnen überall, andere laufen nur so mit und verlassen sich auf die Dummheit der Mitspieler.“ Am Ende hängt es wohl auch immer von den eigenen Ansprüchen ab.

Die Kosten beim Preisskat halten sich in Grenzen. Im schlimmsten Fall verspielt man seine zehn Euro Preisgeld. Dazu kommen dann noch Essen und Trinken. Es wurde Zeit, dass es wieder losging – im Juli im Zeulenroda-Triebeser Ratskeller.