Meine Meinung: Es klappt nicht überall

Greiz  Conni Winkler über das Unterrichten aus der Ferne

Conni Winkler

Conni Winkler

Schule, Büroarbeit zu Hause und Unterricht im heimischen Kinderzimmer sind für Eltern derzeit absolute Reizthemen. Mütter mit kleinen Kindern schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, spricht man sie darauf an. Eine Mutter von vier Kindern berichtete mir, dass sie nun neben ihrer Arbeit Grundschul- und Mittelstufenunterricht wuppen müsste. Dazu komme ein pubertierender Teenager mit seinen Befindlichkeiten. Sie ist am Ende ihrer Kräfte. Die Kinder auch.
Nicht auszudenken, wie es den Eltern der Kinder mit geistiger Behinderung ergeht, die nun ihr Kind zu Hause betreuen, unterrichten und fördern wollen. Ein Kraftakt sondergleichen. Für diese besonderen Kinder ist jede kleine Veränderung eine Herausforderung. Und die Pädagogen der Schule arbeiten mit Hochdruck daran, den Kindern bestmöglich Lernmaterialien bereitzustellen und das für jeden Schüler einzeln, je nach Voraussetzung. Das stelle ich mir auch sehr anstrengend und schwierig vor. Bewundernswert, wie Eltern, Lehrer und Schüler das trotz der Pandemie hinbekommen. Weil sie es müssen.
Die Defizite beim Online-Unterricht für zu Hause oder dem Umstellen der Lehr- und Lernmethoden an den Schulen im Allgemeinen sind groß. Schüler beschweren sich über mangelnde Stoffvermittlung. Sie würden zum Teil nur mit Aufgaben überhäuft. Selten gebe es genügend Hilfestellung oder gar Video-Meetings.Ich frage mich, wer eigentlich die Arbeit der Lehrer kontrolliert und sie dazu anhält, ihre Methodik zu überdenken angesichts der derzeitigen Herausforderungen.
Peter Peikert und sein Pädagogenteam gehen an der Carolinenschule schon lange andere Wege und unterrichten projektbezogen und lebensnah. Passen den Unterricht an die Bedürfnisse der Kinder an. Das würde ich mir überhaupt für die Arbeit an Schulen wünschen. Einen projektbezogenen Unterricht, der die Kinder in ihren Lebenswelten abholt. Und ich wünsche mir Lehrer, die genauso, wie sie es von ihren Schülern fordern, stetig am Ball bleiben, sich weiterbilden und neue Technik und Unterrichtsmethoden ausprobieren und anwenden. Wir leben doch längst in einer anderen Welt, als noch vor 30 Jahren. Das muss in die Köpfe und es hat auch keinen Sinn zu ignorieren, dass sich die Welt weiterdreht, ob einem nun die Entwicklung in Richtung Digitalisierung gefällt, oder nicht.