Feuerwehren üben in Pansdorf für den Notfall

Pansdorf/Obergrochlitz.  Am Freitag ertönen in Obergrochlitz, Tremnitz und Pansdorf plötzlich die Sirenen. Um ein echtes Unglück handelt es sich glücklicherweise nicht.

Eines der Kinder wird bei der Feuerwehrübung in Pansdorf geborgen.

Eines der Kinder wird bei der Feuerwehrübung in Pansdorf geborgen.

Foto: Tobias Schubert

Das Szenario: Ein paar Kinder gehen mit dem Großvater in die Scheune eines Hofes und rauchen dort verbotenerweise Zigaretten. Dort kommt es zum Unglück. Die Glut der Zigaretten

entzündet das Stroh, die Scheune fängt Feuer, die Personen werden eingeschlossen und sind wahrscheinlich ohnmächtig. Als Erschwernis kommt auch noch die Dunkelheit bei dem Einsatz hinzu. Was wie ein großes Unglück klingt, war es Gott sei Dank nicht, sondern nur der Ausgangspunkt für eine Übung der Wehren aus Pansdorf-Tremnitz und Obergrochlitz am Freitagabend.

Jedes Jahr würden ein bis zwei gemeinsame Übungen der beiden Wehren organisiert, erklärte Michael Simon, Wehrführer der Ortsteilfeuerwehr Tremnitz-Pansdorf und zugleich Einsatzleiter der Übung, am Freitag. Weil das Frühjahr dafür corona-bedingt ausfiel, hatte man sich nun für den Oktober entschieden. Rund 25 Einsatzkräfte der beiden Wehren fanden sich nach der Alarmierung auf dem Vierseithof in Pansdorf ein, der dank der Unterstützung der Familie Limmer für die Übung genutzt werden konnte.

Nicht nur Dunkelheit ist eine Herausforderung

Ihm sei in der Feuerwehrschule in Bad Köstritz einmal von einem Ausbilder gesagt worden, „wer im Einsatzfall übt, übt zu spät“, so Simon. Das fasse gut die Notwendigkeit und den Hintergrund solcher Aktionen zusammen. Es gehe darum, das Feuerwehrgrundwissen zu festigen und „am Ball zu bleiben“, wenn es dann doch zum Ernstfall kommen sollte, erklärte der Wehrleiter. „Wir trainieren für den Notfall.“ Auch Dinge wie Einsatzdisziplin oder die Zusammenarbeit der beiden benachbarten Ortsteilfeuerwehren stünden dabei im Fokus.

Als Herausforderung stand am Freitag nicht nur die Dunkelheit auf dem Plan, die den Einsatz von Notstromaggregat und lichtstarken Strahlern erforderte. Aufgrund des – fiktiven – Rauches in der Scheune mussten die Einsatzkräfte zudem mit Atemschutzgeräten die Erkundung im stockdusteren Gebäude vornehmen und die „Opfer“ finden und retten.

Die jungen „Opfer“ wurden dabei von Kindern aus dem Dorf gemimt, der Großvater war eine circa 80 Kilogramm schwere Puppe, die die Feuerwehrleute bergen mussten. Gleichzeitig waren andere Feuerwehrkräfte mit dem Löschen beschäftigt oder damit, die Wasserversorgung aus dem Feuerlöschteich im Ort herzustellen und abzusichern.

Zudem musste selbst für diesen Zweck ein Hygieneschutzkonzept angefertigt werden, dessen Durchsetzung als Bestandteil der Übung auch überwacht und protokolliert wurde. Mit dem Ablauf der Übung sei er zu 95 Prozent zufrieden, zog Simon Resümee. Es habe ein paar Kleinigkeiten gegeben, die man habe ansprechen müssen, aber das gebe es eigentlich immer. Schließlich sei genau dafür eine Übung auch da. Im Großen und Ganzen habe alles so geklappt, wie es sein sollte, meinte der Wehrleiter.

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