Greiz als Zwischenstopp: 54-Jähriger reist mit Fahrrad durch Europa

Greiz.  Emanuel Petr reist mit dem Fahrrad durch Europa, der Grund dafür ist traurig. Am Dienstag hielt er in Greiz.

Emanuel Petr mit seinem Fahrrad vor der Sparkasse in Greiz.

Emanuel Petr mit seinem Fahrrad vor der Sparkasse in Greiz.

Foto: Marcus Voigt

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Emanuel Petr reist nach eigener Aussage mit dem Fahrrad quer durch Europa. Am Dienstag sorgte er in Greiz für Aufsehen.

Der 54-Jährige aus Tschechien musste am Mittag vor der Sparkasse in der Greizer Innenstadt eine Zwangspause einlegen. Das Vorderrad hatte einen Platten. Während er sich an die Reparatur machte, blieben immer wieder Passanten neben ihm stehen.

Aufkleber aus Greiz nun auf dem Fahrrad

Denn Petrs Fahrrad zieht die Blicke auf sich: Tausende Aufkleber zieren das Fahrrad und den Kinderanhänger, in dem Petr seine Ausrüstung transportiert.

„Ich nehme überall, wo ich vorbeikomme, Aufkleber von Laternenmasten mit. Das soll eine Erinnerung sein und gleichzeitig mache ich etwas sauber“, sagt Petr. Und so findet sich nun ein Aufkleber von Fans des FC Carl Zeiss Jena aus dem Landkreis Greiz auf seinem Fahrrad.

Petr will eine Botschaft vermitteln

Der Grund für Petrs Reise ist indes ein trauriger. Alles habe nach zwei Schicksalsschlägen im Jahr 2015 begonnen. Seine Frau sei gestorben, sein Schwager in Libyen vom so genannten Islamischen Staat (IS) entführt und getötet worden.

„Bis dahin habe ich in Amsterdam ein normales Leben geführt und bei einem Logistikunternehmen gearbeitet. Das habe ich alles aufgegeben“, sagt Petr. Er sei in der niederländischen Hauptstadt gestartet, um die Schicksalsschläge zu verarbeiten. Und um ein Zeichen zu setzen: gegen Krieg und Konflikte, gegen islamistischen Terror, gegen den Rechtsruck in Europa, gegen den Hass zwischen den Menschen.

Tour zehrt an den Kräften

Die Tour zehrt an Petrs Kräften, das sieht man ihm an. Dennoch nimmt er sich Zeit, wenn ihn unterwegs – wie am Dienstag in Greiz – Menschen ansprechen und ihn fragen, wohin und warum er unterwegs ist. Viel brauche er nicht, einzig 15 Euro habe er noch in der Tasche. Schlafplätze suche er sich beispielsweise in öffentlichen Gebäuden.

Nun wolle Petr erst einmal nach Tschechien zurückkehren, um seine Schwester zu besuchen. Der Greizer Jörg Opitz zeigte ihm, welche Route er dafür aus der Park- und Schlossstadt nehmen muss. Emanuel Petr setzte seine Reise danach fort.

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