Greiz: Neue Vogtlandhallenchefin will Kultur für alle

Greiz  Ann-Kathrin Gabel plant Angebote für Kinder und spezielle Hausführungen.

Die neue Chefin der Vogtlandhalle Ann-Kathrin Gabel hat viele neue Ideen für Angebote und Veranstaltungen. Derzeit erschwert Corona die konkrete Planung.

Die neue Chefin der Vogtlandhalle Ann-Kathrin Gabel hat viele neue Ideen für Angebote und Veranstaltungen. Derzeit erschwert Corona die konkrete Planung.

Foto: Conni Winkler

Mitten im Lockdown in der Veranstaltungsbranche einen neuen Job antreten? Das geht. Bestes Beispiel dafür ist Ann-Kathrin Gabel, die seit Januar die Vogtlandhalle Greiz leitet und damit Undine Hohmuth ablöst.

Sie ist 33, kommt aus Chemnitz und ist dort Inhaberin der Comedia Concept Veranstaltungsagentur. „Dadurch, dass ich so jung bin, denkt jeder, ich will jetzt plötzlich alles anders und neu machen“, sagt Ann-Kathrin Gabel. Aber das entspreche gar nicht ihrem Naturell. „Nur weil der Kutscher wechselt, muss nicht gleich das ganze Gespann erneuert werden“, sagt sie. Sie meine damit, dass sie auf die bisher sehr gute Arbeit des Hauses aufbauen werde.

Von der Praktikantin zur Firmenchefin

Die Vogtlandhalle kennt Ann-Kathrin Gabel schon lange. Wie es der Zufall wollte, half sie im Rahmen ihrer Tätigkeit bei Comedia Concept, die Eröffnungsveranstaltung der Vogtlandhalle vor zehn Jahren gemeinsam mit Undine Hohmuth im Hintergrund über die Bühne zu bringen.

Auf Veranstaltungsorganisation versteht sich die 33-Jährige, wie sie sagt. Schließlich studierte sie Medien- Sport- und Eventmanagement. Im Rahmen eines Praktikums arbeitete sie bei Comedia Concept und wurde sogleich übernommen. Nach sechs Jahren bot ihr die Chefin des Hauses die Übernahme der Firma an und sie griff zu. „Ich bin in ganz Deutschland in vielen Veranstaltungshäusern herumgekommen und habe die Produktionsleitung für Künstler wie Karat übernommen. Ich bin wochenlang 6 Uhr aufgestanden und war erst nachts um drei wieder im Bett“, erzählt Ann-Kathrin Gabel.

Ihre Firma hat sie in den letzten vier Jahren mit Erfolg geführt. Für den neuen Job in der Vogtlandhalle hat sie die Arbeit an ihre Mitarbeiter abgegeben.

Stabilität und Struktur in der Kultur gefunden

„Nach fast zehn Jahren in der Privatwirtschaft mit Arbeit an sieben Tagen in der Woche und dem Druck, ständig erreichbar sein zu müssen, habe ich mich nach etwas mehr Stabilität und Struktur gesehnt“, sagt die 33-Jährige. „Und ich wollte gern mal Kultur machen“, so begründet sie ihre Entscheidung.

„Ich sehe mich in der Pflicht, einen pädagogischen Auftrag zu erfüllen und Kultur für alle erlebbar zu machen“, betont Ann-Kathrin Gabel. Dafür habe sie schon ein großes Paket an Ideen im Kopf wie etwa spezielle Hausführungen. Darüber wolle sie aber erst zu einem späteren Zeitpunkt Genaueres sagen. Nur so viel: „Ich möchte auch die Kinder und Jugendlichen mit ins Boot holen und gezielt Veranstaltungen und Angebote für diese Klientel anbieten.“

Zudem würde sich die Chefin des Hauses freuen, wenn Wünsche zu Angeboten oder Veranstaltungen an sie herangetragen würden. „Dann schaue ich, wie ich diese Ideen in mein Konzept einbinden kann.“ Die Angebote müssten aber auch genutzt werden. Das wolle sie mit ihrer Arbeit hier erreichen.

Derzeit hat sie alle Hände voll zu tun mit der Rückgabe von Tickets für abgesagte Veranstaltungen. „Ich möchte, dass unsere Gäste ihr Geld zurück bekommen. Dafür verhandele ich oft langwierig mit den einzelnen Veranstaltern.“ Zudem schmiedet sie Pläne mit Partnern aus der Veranstaltungsbranche für die Zeit, „wenn die Türen des Hauses endlich wieder öffnen dürfen.“ Ihr Wunsch für die Zukunft? „Dass Kultur als schützenswertes Gut ins Grundgesetz aufgenommen wird.“