Greizer Hebammen bangen um ihre Existenz

Greiz.  Werdende Eltern seien verunsichert und würden deshalb andere Häuser dem Kreiskrankenhaus Greiz vorziehen.

Judith Schatz, Ute Schödel und Aileen Schellenberg (v. l.) arbeiten als Hebammen in Greiz.

Judith Schatz, Ute Schödel und Aileen Schellenberg (v. l.) arbeiten als Hebammen in Greiz.

Foto: Katja Grieser

„Wir brauchen uns nicht zu verstecken, wir machen gute Geburtshilfe“, betont Judith Schatz, die seit 1983 als Hebamme arbeitet. Gemeinsam mit sechs Kolleginnen hilft sie Müttern im Kreiskrankenhaus Greiz, ihre Kinder zur Welt zu bringen. Doch die Hebammen plagen derzeit große Sorgen.

Geburtenzahl ist zurückgegangen

„Wir haben Angst davor, wie es weiter geht“, spricht Aileen Schellenberg das aus, was ihre Kolleginnen bewegt. Die Hebammen sind selbstständig und deshalb davon abhängig, dass sie eine bestimmte Anzahl an jungen Müttern betreuen. Doch die, wie sie sie nennen, Negativschlagzeilen über die Klinik in den vergangenen Monaten bekämen sie zu spüren. Dabei sei es noch nicht einmal die Tatsache, dass das Krankenhaus in finanzielle Schieflage geraten ist, die werdende Eltern verunsichere.

Keine Frühchengeburten mehr im Krankenhaus Greiz

Greizer Kinderklinik nun im Urlaub

Die seien nicht begeistert davon, dass es in Greiz keine Kinderklinik mehr gibt. Sie würden fürchten, dass bei Komplikationen ihr Baby nicht entsprechend versorgt werden könne. Bemerkbar mache sich das an den Geburtenzahlen: In den vergangenen Jahren erblickten um die 400 Kinder in Greiz das Licht der Welt, „in diesem Jahr können wir froh sein, wenn wir 300 schaffen“, so Schatz. Für die Hebammen sei es schlecht, dass es keine Kinderklinik mehr gibt, „für eine Kreisstadt ist es eine Katastrophe“, sagt Judith Schatz und Aileen Schellenberg sowie Ute Schödel nicken zustimmend. Sie verweisen aber darauf, dass im Kreiskrankenhaus dennoch aktuell zwei Kinderärzte tätig sind.

Die Hebammen betonen, dass Mütter und Babys bei ihnen in guten Händen seien. Besonderen Wert werde in der Greizer Klinik auf das Familiäre und vor allem auf die enge Verbindung zwischen Mutter und Kind gelegt. Sofort werde das Neugeborene beispielsweise seiner Mama auf die Brust gelegt.

Auf Wunsch bekommen werdende Eltern jederzeit ausführliche Informationen rund um die Geburt. Darüber hinaus gibt es Infoabende, der nächste ist am 4. Dezember geplant. Die Geburtshelferinnen hoffen, dass dann mehr Paare als die vier beim jüngsten Infoabend kommen – in der Vergangenheit hätten meist um die 25 werdende Eltern das Angebot genutzt.