Greizer Philatelistenverein richtet Thüringer Tag der Briefmarke aus

Greiz  Greizer Philatelistenverein richtet Thüringer Tag der Briefmarke aus

Lothar Fritz ist Vorsitzender des Greizer Philatelistenvereins, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert. Er forscht unter anderem zur Greizer Postgeschichte und zeigt hier ein wertvolles Dokument.

Lothar Fritz ist Vorsitzender des Greizer Philatelistenvereins, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert. Er forscht unter anderem zur Greizer Postgeschichte und zeigt hier ein wertvolles Dokument.

Kaum ein Verein in der Stadt kann von sich behaupten, schon 125 Jahre alt zu sein. Auf den kleinen Greizer Philatelistenverein 1894 trifft aber genau das zu. Und zum Jubiläum beschenken sich die Vereinsmitglieder um Chef Lothar Fritz selbst: mit einer viertägigen Ausstellung vom 3. bis 6. Oktober in der Vogtlandhalle inklusive des Thüringer Tages der Briefmarke am 5. Oktober. In insgesamt 650 Rahmen werden die weit über 70 Sammler ihre Exponate präsentieren, darunter 20 Stück, die Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 26 Jahre zeigen werden. Alle Exponate werden von einer Jury nach Aufmachung und philatelistischem Wissen bewertet. Geöffnet hat an den vier Tagen das Sonderpostamt, den Sonderstempel ziert eine weitere 125-Jährige aus Greiz: die Pohlitzer Kirche.

„Es haben sich verschiedene Arbeitsgemeinschaften angemeldet“, sagt Fritz. Dazu gehören der Ring der Lichtenstein-Sammler ebenso wie die Arbeitsgemeinschaften Brasilien, Ungarn und Medizinphilatelie. Deren Mitglieder haben sich auf bestimmte Themen spezialisiert, „das macht jeder Sammler“, weiß der Vereinschef, der zugleich Geschäftsführer der europäischen Arbeitsgemeinschaft Ungarn ist.

Lothar Fritz hat mehrere Steckenpferde. Der Greizer Postgeschichte widmet sich der Sammler ebenso wie der Zeppelin-Vogtlandfahrt am 28. September 1930. Marken, Belege und Ansichtskarten hat er beispielsweise von der Zeppelin-Tour, aber er forscht akribisch weiter. „Über 20 Passagiere saßen drin, auch zwei Kinder“, weiß er schon. Zur Identität der Fahrgäste recherchiert er noch. „Sinn und Zweck des Sammelns ist das Forschen“, betont der Greizer, der deshalb oft in Archiven zu finden ist. Wer ausstellen will, muss die Ergebnisse seiner Recherchen zu den Exponaten präsentieren. Besonders wertvolle Marken oder auch „uralte Fürstenbriefe“ bewahrt Lothar Fritz in einem Tresor auf. Eine Korrespondenz zwischen Vertretern von Reuß jüngere Linie an Reuß ältere Linie aus dem Jahr 1694 ist ein besonderes Sammlerstück, auf das der Greizer sehr stolz ist. Schmunzelnd erzählt er zudem, dass er Liebesbriefe aus dem Greizer Fürstenhaus sein Eigen nennt. Spannend sei auch die Gefangenenpost, ein weiteres Gebiet, auf dem der Vereinschef forscht. Er darf als Ausrichter bei der Schau im Oktober übrigens nicht ausstellen, lässt deshalb seine Exponate in diesem Jahr in Sindelfingen bewerten. Auch wenn sich Lothar Fritz auf den Höhepunkt im Jubiläumsjahr freut, schwingt ein bisschen Wehmut mit. „Das wird unsere letzte Ausstellung sein“, sagt er. Es sei für den Greizer Verein einfach eine Nummer zu groß, Vorbereitung und Durchführung nehmen viel Zeit und Kraft in Anspruch.

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