Greizer Schüler informieren sich zum Hochwasserschutz

Greiz.  Jahre nach dem Hochwasser laufen in Greiz die Schutzmaßnahmen an. Das größte Projekt ist der Flutkanal. Diese Woche starten weitere Bauarbeiten.

Christian Herold von der Thüringer Landgesellschaft (links) erklärt den Schülern die Vorhaben

Christian Herold von der Thüringer Landgesellschaft (links) erklärt den Schülern die Vorhaben

Foto: Tobias Schubert

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Nichts hat die Stadt Greiz in den vergangenen Jahren so sehr geprägt, wie das Hochwasser 2013. Selbst rund sieben Jahre danach sind noch nicht alle Schäden behoben. Und die Schutzmaßnahmen für das nächste mögliche Hochwasser stehen zum größten Teil noch in den Startlöchern – allen voran der geplante Flutkanal. Am Montag nutzten Sechstklässler aus dem Ulf-Merbold-Gymnasium die Chance, sich innerhalb eines Schulprojektes über den Stand dieser Maßnahmen zu informieren und erfuhren dabei auch, dass bereits in dieser Woche eine weitere Baumaßnahme starten soll.

Teilabriss der Kleingartenanlage in Greiz gestartet

Die Tannendorfbrücke beziehungsweise die Fläche darunter ist einer der neuralgischen Punkte des Flutkanals, wie Christian Herold von der Thüringer Landgesellschaft erläuterte. Rund 1,5 Kilometer lang soll der Flutkanal werden und bei einem Hochwasser etwa ein Drittel des Elsterwassers ab der Tannendorfbrücke um die Neustadt bis zum Greizer Kreisel/Greizer Park leiten, um eine Katastrophe wie 2013 zu verhindern.

Seit Jahren laufen die Planungen und sie sind noch nicht abgeschlossen, da sie sehr aufwendig sind. Ein Beispiel dafür sei eben die Tannendorfbrücke, so Herold. Denn der Kanal müsse hier irgendwo zwischen den Gleisanlagen und der Bundesstraße verlaufen. Zu beachten ist aber auch das Weichenstellwerk, das an dieser Stelle steht.

Deswegen sei auch noch nicht absehbar, wann die Bauarbeiten starten können. Momentan rechne man damit, dass vielleicht in fünf Jahren mit den Arbeiten begonnen werden könne, für die noch einmal rund fünf bis sechs Jahre geplant werden. Dieser Zeitplan ist aber noch von vielen Faktoren abhängig, zum Beispiel auch, wie das Planfeststellungsverfahren läuft.

Dennoch konnte schon mit einigen Arbeiten angefangen werden. So zum Beispiel in der Kleingartenanlage Flügelrad. Seit knapp zwei Wochen läuft hier der Teilabriss von ungefähr der Hälfte der Anlage. Sie behinderte bisher den Zugang zum Deich, der 2013 nur um eine Fingerbreite, die das Wasser darunter stand, eine größere Katastrophe verhinderte. Seitdem ist der Deich marode, muss dringend saniert und umgebaut werden, um auch in Zukunft seiner Aufgabe gerecht zu werden.

Wehr wird abgerissen

In einem ersten Schritt wird nun der Abriss vollzogen, nachdem das Grundstück von der Deutschen Bahn gekauft wurde und man mit fast 80 Mietern/Pächtern der Gärten verhandelte. In einem zweiten Schritt soll 2021 eine Spundwand gebaut werden, um den maroden Deich zu unterstützen, bis er im Zuge der Flutkanalarbeiten dran ist.

Unweit dieser Stelle beginnen in wenigen Tagen die nächsten Bauarbeiten. Das Wehr am Papiermühlenweg, wo die Göltzsch in die Elster fließt, soll weichen.

Die Göltzsch war 2013 neben der Elster eine der Hauptgründe, durch die es zum Hochwasser kam. Zusätzlich zu den Wassermassen der Elster führte sie noch einmal zusätzliches Wasser hinzu. Das Wehr soll nun weichen, unter anderem auch um Wassertieren einen einfacheren Weg zu ermöglichen.

Circa 250.000 Euro werden laut Herold in das Projekt investiert. Zunächst sollen Bäume gefällt werden, um eine Straße vom Parkplatz neben der ehemaligen Papierfabrik bis zum Wehr zu bauen. Dann soll mit zum Teil schweren Gerät das Wehr abgerissen werden. Rund 20 Wochen werden für die Arbeiten veranschlagt, sie sollen also im Sommer beendet werden.

Neben der Thüringer Landgesellschaft wurde diese Aktion durch die IPU GmbH aus Erfurt mitorganisiert.

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