Großes Summen und süßes Gold in Zeulenroda-Triebes

Zeulenroda-Triebes.  Von klugen Bienen, unnötigem Schutz und Anfängerfehlern

Vorsitzender des Imkervereins Zeulenroda Rolf Kögler

Vorsitzender des Imkervereins Zeulenroda Rolf Kögler

Foto: Maike Scholz / OTZ

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Die Frage, ob er als Imker überhaupt noch fremden Honig kauft, verschlägt Rolf Kögler, dem Vorsitzenden des Imkervereins Zeulenroda 1904 fast die Sprache. „Nein, gar keinen“, sagt er dann schnell.

Seit 53 Jahren züchtet der begeisterte Imker nun schon Bienen. Begonnen hat er mit drei Völkern. Inzwischen sind es über 20. Aber nicht 24, denn dann muss man Beiträge an die Berufsgenossenschaft zahlen. „Nur Königinnen kaufe ich ab und zu dazu, um etwas ‘frisches Blut’ in die Völker zu bringen. Den Rest züchte ich selbst“, sagt Rolf Kögler. Und wenn er über seine Bienen spricht, dann schwankt seine Art über die fleißigen Honigsammler zu reden zwischen der nüchternen Art über Nutztiere zu sprechen und seiner offensichtlichen Begeisterung für diese Insekten.

Jungimker haben zu wenig Erfahrung und machen Fehler

Fragt man den Imker zum Beispiel, was ihn so sehr an Bienen fasziniert, dann sagt er: „Bienen stellen einen ständig vor neue Herausforderungen. Das ist nicht wie eine Karnickelzucht sondern viel schwieriger. Bienen sind sehr intelligente Insekten.“

Darauf angesprochen, dass Imkern im Augenblick sehr angesagt ist und immer mehr Menschen dieses Hobby aufnehmen, winkt Rolf Kögler ab. „Viele von ihnen wollen die Bienen retten. Das ist der völlig falsche Ansatz. Bienen sind Nutztiere. Die muss man nicht retten, die kann man züchten“, brummt er. Seiner Ansicht nach gehen viele Jungimker zu unbedarft an die Sache heran. „Die haben zu wenig Erfahrung und machen Fehler. Das ist nicht schlimm. Aber wenn sie dann die Fehler, die sie selbst begehen, auf die Landwirtschaft projizieren, dann ist das nicht in Ordnung“, schimpft er und gibt ein Beispiel: „Ich züchte seit 53 Jahren Bienen und habe nicht einmal Verluste durch die Varroamilben gehabt. Einige Anfänger haben aber jedes Jahr aufs Neue Probleme mit den Milben. Das kann doch nicht an der Landwirtschaft liegen.“

In den Imkervereinen wird Ratsuchenden auf jeden Fall Hilfe angeboten. „Ich zeige den Jungimkern auch gern an ihrem eigenen Bienenstock, was sie verbessern können, wenn sie dies wollen“, sagt Rolf Kögler. Ein Problem sieht er aber auch in der Tatsache, dass jeder, der gerade möchte, sich ein Bienenvolk kaufen und sich als Imker probieren kann. Die fundierten Kurse des Thüringer Imkerbundes sind rein freiwillig, aber „so ein Kurs ist auf jeden Fall sinnvoll.“

Bei uns in der Region gibt es etwa vier bis fünf unterschiedliche Bienenarten. Sie unterscheiden sich in ihrer Farbe und der Art ihrer Filzringe. „Die dunkle Biene nennt man auch die Urbiene“, sagt Rolf Kögler und fügt hinzu: „Die ist aber auch stechlustiger.“

Ein paar Bienenstiche müsse ein Imker schon aushalten

Wird man als Imker nicht sehr oft böse gestochen? Rolf Kögler schüttelt mit dem Kopf. „Selten. Dabei habe ich seit Jahren keinen Schleier mehr. Ich gehe nur im T-Shirt zu den Bienen. Die kriechen sowieso überall rein, wenn sie wollen. Und dann hat man sie unter der Schutzkleidung. Da ist es eng, und dann stechen sie erst recht“, sagt er. Aber ein paar Bienenstiche müsse man als Imker schon aushalten können. Der Rest ist Erfahrung.

Die Bienen sind nicht an jedem Tag friedlich. „Bei Gewitterstimmung sollte man sich besser fernhalten, aber es gibt auch Tage, an denen sind sie ganz sanftmütig“, weiß der Imker.

15 Mitglieder zählt sein Verein, und drei sind neu hinzugekommen. „Am Anfang ist es leider etwas teuer, wenn man Imker werden will. Beginnen sollte man mit zwei Bienenvölkern. Mit der gesamten Grundausrüstung und einer Honigschleuder können da mehr als Tausend Euro weg sein“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Aber im Verein gibt es Hilfe und Unterstützung, da kann man einige Investitionen auch ein wenig strecken oder verschieben.“ Und, wann war er das letzte Mal bei seinen Bienen? „Gestern natürlich.“

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