Häuser in der Greizer Oßwaldstraße könnten Anfang 2021 weichen

Greiz.  Seit Anfang 2019 ist die Straße wegen vier Schrottimmobilien gesperrt. Doch es gibt auch noch andere Brennpunkte.

Die Oßwaldstraße in Greiz ist seit Anfang 2019 gesperrt, weil gleich vier Häuser einsturzgefährdet sind. Nun könnte bald der Abriss beginnen.

Die Oßwaldstraße in Greiz ist seit Anfang 2019 gesperrt, weil gleich vier Häuser einsturzgefährdet sind. Nun könnte bald der Abriss beginnen.

Foto: Tobias Schubert

Wenige Themen haben die Stadt und den Landkreis in letzter Zeit so sehr bewegt wie die Schrottimmobilien. Wir sprachen mit Jörg Reinhardt von der Unteren Bauaufsicht des Landkreises Greiz und Bertram Koch, Leiter des Bauamtes der Stadt Greiz, über die Brennpunkte und was mit ihnen passieren soll.

Gleich vier Häuser verursachen die Probleme in der Greizer Oßwaldstraße, Nummer zwei, fünf, acht und zehn. Zwei davon sind herrenlos, eines gehörte beispielsweise einer inzwischen insolventen und abgewickelten GmbH. Am Anfang habe man man versucht die Häuserzeile zu erhalten, so Koch, sei auf Investorensuche gegangen. Inzwischen habe sich der Zustand so verschlimmert, dass nur noch der Abriss bleibe. Für diesen läuft gerade die Auftragsvergabe für die Planung. Sein Wunsch sei es, im nächsten Frühjahr oder schon im Winter mit dem Abbruch zu beginnen, sagt Reinhardt, betont aber, dass sich das noch verschieben könnte, falls akutere Fälle auftreten. Die Oßwaldstraße stehe aber „auf der Prioritätenliste ganz oben.“ Sie ist seit Anfang 2019 gesperrt.

Für die Immobilie an der Ecke Schloßbergstraße/Am Schloßberg – hier soll ein baufälliges Hinterhaus weichen – seien der Bauantrag und der statistische Nachweis eingereicht worden, sagt Reinhardt. Für Letzteren habe man noch ein paar Nachforderungen. Der restliche Zeitplan liege dann in der Hand des Eigentümers. Es sei eine „undankbare Situation“, meint Koch, sie „wäre vermeidbar gewesen.“ Seit 2017 habe man Diskussionen mit dem Eigentümer geführt. Nun stehe man vor dem Problem, dass man vielleicht den hinteren Schlossaufgang – die derzeitig einzige Zufahrt für die Bewohner am Oberen Schloss – womöglich für den Winter verkehrssicher machen müsse. Zudem sei die Baumaßnahme am Pavillon am Schanzengarten betroffen.

Von Lesern bemängelt wurde auch immer wieder der Anblick des ehemaligen Greika-Gebäudes in der August-Bebel-Straße, das im August 2015 Opfer eines Großbrandes wurde. „Uns ist absolut bewusst, dass es sich um einen städtebaulichen Missstand handelt“, sagt Koch. Doch es habe einen Eigentümer, stehe auf privatem Grund und stelle keine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Man habe Gespräche mit dem Eigentümer aufgenommen und versuche einen kooperativen Weg zu finden. Doch dieses Verfahren benötige Zeit.

Was die restlichen Schutthalden betrifft, die nach dem Abriss im Papiermühlenweg und an der Zeulenrodaer-Straße/Waldstraße liegen geblieben sind, so sei der Eigentümer für die Beseitigung zuständig.

In Auftrag gegeben ist der Abriss des Hauses in der Rosa-Luxemburg-Straße 24 in Greiz, der in nächster Zeit beginnen soll. Vorbereitet wird er für zwei Gebäude in der Turmstraße in Weida. Daneben stünden keine weiteren geplanten Abrisse an, wobei man mit ein wenig Sorge auf den Winter schaut.

Die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Stadt funktioniere sehr gut, betonen beide Gesprächspartner. Das habe sich am Beispiel Bahnhofsstraße/Thüringer Hof, eine Gemeinschaftsmaßnahme, gezeigt. Schuld an der gegenwärtigen Misere seien zwei Dinge, sagt Reinhardt: der Wegzug von Industrie und Menschen nach der Wende und herrenlose Grundstücke, also ohne Eigentümer. Gerade Letzteres werde zukünftig noch stärker ein Problem, sind sich die beiden einig, wofür auch unklare Erbverhältnisse sorgen könnten. In Kombination beider Dinge sehe er die Reichenbacher und die Zeulenrodaer Straße als künftige Problembereiche, meint Koch.

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