Ins Thema Göltzschtalradweg kommt Bewegung

Greiz/Reichenbach.  Nachdem es zuletzt Verwirrungen, gab, könnte nun sogar ein Staatsstraße zur Fahrradstraße werden. Noch wird aber diskutiert.

Archivfoto: Die Göltzschtalbrücke. Durch den geplanten Radweg, der an ihr vorbeilaufen soll, will man auch stärker auf sie aufmerksam machen.

Archivfoto: Die Göltzschtalbrücke. Durch den geplanten Radweg, der an ihr vorbeilaufen soll, will man auch stärker auf sie aufmerksam machen.

Foto: Tüv Thüringen

Nachdem es Anfang Oktober einige Verwirrungen darüber gab, ob der Göltzschtalradweg – ein Radweg, der Thüringen und Sachsen entlang der Göltzschtalbrücke verbinden soll – nun vorgesehen ist oder nicht, scheint nun ein wenig mehr Klarheit in die Sache zu kommen.

Anfang der Woche informierte die Stadt Reichenbach – die mit Greiz, Netzschkau und Elsterberg den Städteverbund nordöstliches Vogtland bildet – über die ersten Ergebnisse aus der Prüfung der verschiedensten Szenarien zur Weiterführung des Göltzschtalradweges bis nach Greiz. Demnach würden schon seit zehn Jahren die verschiedensten Strecken untersucht, auch eine Studie zu einem straßenbegleitenden Radweg wurde schon 2017 vorgelegt. Probleme sieht man darin vor allem in der Topographie der Umgebung und darin, dass die Strecke durch ein Naturschutzgebiet gehen würde. Zudem verlaufe sie im Überschwemmungsgebiet der Göltzsch, die man zudem mit mehreren Brücken queren müsste. Für einen selbstständigen Radweg gelte ähnliches.

Doch inzwischen gibt es eine neue Variante, wie die Stadt Reichenbach informiert: Die Staatsstraße 295, die über die Göltzschtalbrücke verläuft und in Greiz zur Landesstraße 1295/Mylauer Straße wird, könnte in einem Pilotprojekt zu einer Fahrradstraße werden. Das würde gleich mehreres bedeuten: Zum einen würde sie den Status einer Landesstraße verlieren und im thüringischen Teil in das Aufgabengebiet der Stadt Greiz fallen – hierbei handelt es sich um einen Streckenteil mit rund 750 Meter Länge. Zudem würde wohl eine Tempo-30-Zone auf ihr eingerichtet mit dem Zusatzzeichen „Anlieger frei“. Der Verkehr, der jetzt über diese Straße fährt, könne auf die parallel verlaufende Staatsstraße 296/Landesstraße 1296 umgeleitet werden, heißt es in der Mitteilung Der Städteverbund, also auch die Stadt Greiz, steht der Sache positiv gegenüber.

Das Thema ist mittlerweile auch in der Thüringer Landesregierung angekommen, wie der Landtagsabgeordnete, Christian Tischner (CDU), berichtet. Aus einem Sprechzettel eines Staatssekretärs aus dem Landessauschuss für Infrastruktur geht hervor, dass der Göltzschtalradweg im „Zielkonzept Radroutennetz Thüringen als touristische Radhauptroute enthalten“ ist. Bereits im Jahr 2019 hätten sich die Bundesländer Thüringen und Sachsen bei einer gemeinsamen Kabinettssitzung zur Unterstützung der Kommunen in dieser Sache bekannt. Sachsen strebe eine sichere und wirtschaftliche Lösung für die Führung des Radverkehres an, Thüringen unterstütze dies grundsätzlich.

In trockenen Tüchern ist damit aber noch gar nichts. Wie aus dem Sprechzettel hervorgeht, hat das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr mit der Prüfung der Variante erst begonnen, informiert wurde es über diesen Vorschlag Anfang Oktober vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Sachsen. Eine Bewertung seitens der Thüringer Landesregierung sei damit noch nicht möglich.

Auch der Greizer Bürgermeister, Alexander Schulze (parteilos), betonte am Rande eines Pressetermines, dass man die Sache, die er positiv sehe, noch genau diskutieren müsste. Schließlich ist mit der Papierfabrik Koehler auch eine große, international tätige Firma an der Strecke tätig und auf die Straße angewiesen. Meine Meinung