Katja Grieser über Sammelleidenschaft

Lothar Fritz besitzt keinen Fernseher.

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Er hat ohnehin keine Zeit, in die Glotze zu schauen. Der Greizer hat nämlich ein aufwendiges Hobby: Briefmarkensammeln. Während er mir davon erzählte, merkte ich, wie sehr ich die Philatelie bislang unterschätzt hatte. Denn es geht hier nicht nur ums simple Sammeln, sondern vor allem ums Jagen. Und zwar nicht nur nach neuen, besonderen, zum Spezialgebiet passenden Exponaten. Gejagt wird nach Informationen, nach geschichtlichen Daten und Fakten, schlicht nach allem, was den Wissensdurst stillt. Hat man genügend Informationen zusammengetragen, wird an deren Präsentation gefeilt. Erst dann ist ein Exponat ausstellungsreif.

Dass der Weg dahin ein langer ist, den zu gehen viel Zeit kostet, ist mir jetzt klar. Und noch etwas ist mir im Gespräch mit Lothar Fritz bewusst geworden. Marke, Postkarte, Dokument oder Brief stehen nicht im Mittelpunkt, sondern die Geschichten, die in ihnen stecken und die der Sammler (oder Jäger) erzählen will. Philatelisten sind also Geschichts-, im Fall von Fritz Heimatforscher. Denn er hat sich unter anderem für Greizer Themen entschieden, denen er seine Forschertätigkeit widmet.

Als Bewahrer von Wissen über die Region habe ich Philatelisten bislang noch nie gesehen. Da habe ich eine neue Erfahrung gesammelt.

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