Geschäftsführer: "Es wurde keine Klinik in Greiz geschlossen"

Greiz.  Geschäftsführer Gottschalk und Aufsichtsratschefin Schweinsburg nehmen Stellung zu Übernahmeangeboten, Schließungsgerüchten und zu Sonderzahlungen.

Blick auf das Krankenhaus Greiz.

Blick auf das Krankenhaus Greiz.

Foto: Ingo Glase

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Die Situation um die Kreiskrankenhaus Greiz GmbH, die in einer schwierigen finanziellen Lage steckt, scheint sich kaum zu beruhigen. In der vergangenen Tagen erreichten die Redaktion mehrere Gerüchte, in denen sogar von Stationsschließungen die Rede war.

Zudem sorgten die Aussagen von Rolf Weigel, Geschäftsführer der Thüringen Kliniken Saalfeld-Rudolstadt, für Verunsicherungen. Gegenüber dieser Zeitung hatte er davon gesprochen, dass der Verkauf des Krankenhauses in Schleiz quasi bereits beschlossene Sache sei. Wenige Tage später war bekannt geworden, dass Weigel zu diesem Zeitpunkt bereits um die Aufhebung seines Geschäftsführer-Vertrages gebeten hatte. Wir haben deswegen beim Aufsichtsrat der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH und den Geschäftsführern angefragt, was sie zu den Gerüchten sagen.

Diese Gerüchte gibt es in Greiz

Es klingt drastisch, was uns eine Quelle über das Krankenhaus Greiz erzählt. Die Urologische Klinik soll wegen der finanziellen Schwierigkeiten geschlossen worden sein, der Chefarzt habe gekündigt. Die Mitarbeiter sollen zum Teil freigestellt, zum Teil auf andere Abteilungen verteilt und zum Teil gekündigt worden seien, was manche per Telefon oder erst beim Arbeitsantritt erfahren haben sollen.

Dazu komme, dass generell keine Jahressonderzahlung zum Jahresende erfolgt sei (Weihnachtsgeld), auch nicht an die Mitarbeiter, die keine entsprechende Vereinbarung zur Stundung der Zahlung unterschrieben hätten. Und nicht zuletzt hätten nicht nur die Thüringen Kliniken beziehungsweise deren Geschäftsführer Interesse an den Krankenhäusern in Greiz und Schleiz gezeigt, sondern auch ein Mitbewerber: Die SRH Kliniken GmbH, die unter anderem das Wald-Klinikum in Gera betreibt.

Das sagen Aufsichtsrat und Geschäftsführer

„Es wurde keine Klinik geschlossen, kein Chefarzt gekündigt, kein Mitarbeiter entlassen. Es wurde niemand weggeschickt, niemand nicht behandelt“, reagiert Peter Gottschalk, der gemeinsam mit Ralf Delker ein Geschäftsführer-Duo bildet, deutlich auf die Gerüchte. Die Vorgänge, die nun aufgebauscht worden, sei lediglich ganz normales Betten- und Patientenmanagement, das es so auch in vielen anderen Krankenhäusern gebe. Man habe lediglich die Kapazitäten anders ausgenutzt, Patienten anders aufgeteilt und die Effizienz verbessert. „Wenn alle Patienten auf sechs Stationen passen, brauche ich keine acht offen halten“, erklärt er. Solche Schritte seien völlig normal und in der Situation in der sich die Gesellschaft derzeit befinde, auch geboten. An der Qualität der Pflege ändere sich dadurch nichts.

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Auch was die gestundeten Jahressonderzahlungen betrifft, für die sich eine große Mehrheit der Mitarbeiter ausgesprochen habe, gibt es eine deutliche Antwort, diesmal von der Aufsichtsratsvorsitzenden und Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU). „Das Geld wird bis 31. März ausgezahlt“, verspricht sie. Dafür werde sie einstehen. Man sei mit allen Mitarbeitern im Gespräch, ergänzt Gottschalk, und werde offen und transparent mit ihnen umgehen.

Was die Übernahmegerüchte angeht, so stehe alles auf dem Prüfstand, so das Aufsichtsratsmitglied Andreas Hemmann (SPD). Richtig sei, dass das SRH ein Angebot gemacht habe, das nun geprüft werde Aber: „Es ist nichts vereinbart und nichts fest.“ Das Sanierungskonzept werde bis Ende Januar erarbeitet, bis dahin seien die Gerüchte eben das: Gerüchte. Deutlicher wird Martina Schweinsburg, zumindest was das Haus in Greiz betrifft: „Die Weiterführung des Krankenhauses in Greiz in kommunaler Trägerschaft hat oberste Priorität.“

Das gibt es an Neuigkeiten

Doch zumindest eine Neuigkeit gibt es tatsächlich, wie die Aufsichtsratsvorsitzende mitteilt. So ist die Kündigung der Ärzte des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) zurückgenommen worden. Gemeinsam arbeite man intensiv an einem tragfähigen Konzept für die Zukunft und führe mit den Ärzten „ausgesprochen konstruktive Gespräche“ über die neue Zielvereinbarung, so Gottschalk. Alle Schritte dienten dem Ziel, das Krankenhaus Greiz zu stabilisieren und zukunftsfähig aufzustellen, sind sich der Geschäftsführer und die beiden Aufsichtsräte einig.

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