Kommentar

Norman Börner über die Bedeutung des Ehrenamtes

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Besucht man die Feuerwehren im ländlichen Raum, dann klingen die Probleme oft gleich. Es fehlt an Leuten. Und manchmal auch an Wertschätzung. Doch wieso stecken die Feuerwehren in dieser Lage? Ich glaube die Freiwilligen von der Feuerwehr haben ein Problem, dass viele Aufrechterhalter der öffentlichen Ordnung teilen. Sie agieren meist im Hintergrund. Und wirklich in Kontakt kommen die Menschen mit den Hilfskräften nur, wenn sie einmal selbst in einer Notsituation sind. Bis dahin betrachten die meisten Bürger solches ehrenamtliches Engagement mit einer gewissen Distanz. Gut, dass es sie gibt, aber ich brauche sie nicht.

Dabei ist der Freiwilligendienst nicht hoch genug anzurechnen. Auch weil es ein Gegenentwurf zur Lohnarbeit ist, wo Leistung und Einsatz stets einen monetären Gegenwert erwarten. Das Motiv, sich für etwas aus Verantwortungsbewusstsein und Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft einzusetzen, ist in einer Welt, die immer mehr von diesem Verwertungsprinzip bestimmt wird, von besonderem Wert. Es zeigt, dass gesellschaftliche Organisation auch ohne Geldanreize und Machstrukturen funktioniert. Dass Menschen nicht nur zusammen leben, um sich den Alltag zu erleichtern.

Würde aber nun eine Aufwandsentschädigung oder andere Vergünstigungen, wie sie manchmal ins Gespräch gebracht werden, um das Ehrenamt zu fördern, diesen Gedanken untergraben? Ich glaube nicht. Denn problematisch wird es immer dann, wenn man durch das Ehrenamt am Ende sogar drauf zahlt oder andere Nachteile fürchten muss. Deswegen ist eine Aufwandsentschädigung durchaus ein möglicher Weg, dem Ehrenamt unter die Arme zu greifen. Am einfachsten wäre jedoch erstmal ein Punkt zu verwirklichen, der gar kein Geld kostet: Respekt.

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