Kommentar

Norman Börner über ein entspanntes Hobby

Ich gebe zu, vom Angeln verstehe ich wirklich nicht viel. Deswegen brummt mir auch ein bisschen der Kopf, als die Kinder und Jugendlichen vom Triebeser Anglerverein mich gestern zu Beginn mit unglaublich vielen Fachbegriffen bombardieren. Ich wusste nicht, dass es beim Angeln so viele Feinheiten zu beachten gilt.

Schnell wird klar, dass die Kinder ihr Handwerk verstehen. Was mich aber noch mehr beeindruckt, sind zwei andere Sachen. Als ein Fisch anbeißt, erklärt mir der 13-Jährige Angler, dass die richtige Technik nicht nur wichtig ist, um den Fisch erfolgreich an Land zu ziehen. Es ginge ihm dabei vor allem darum, den Fisch nicht unnötig zu quälen. Der respektvolle Umgang mit der Natur hat mich nachhaltig beeindruckt. Fast so wie meine andere Beobachtung. Zwei Camp-Teilnehmer warten immer noch auf ihren ersten Fang des Tages. Dabei schauen sie völlig entspannt auf die Wasseroberfläche. Auch die Gespräche der beiden spiegeln wieder, welche innere Ruhe sie ausstrahlen. Jugendwart Fabian Staudt erklärt mir, dass zu Beginn des Angelcamps die Handys einkassiert werden. Doch wirklich zu vermissen scheint die Geräte keiner.

Und so ist es am Ende nicht das Wissen und das Fachvokabular, was beeindruckt, sondern wie sie ihr Hobby als Auszeit von der technikgeprägten Welt verstehen, und wie sie der Natur mit Respekt und Anstand begegnen. Chapeau, liebe Angelfreunde.

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