Licht und Schatten

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Ich sitze an meinem Schreibtisch und schaue durch das Fenster auf das Dorf, die Bäume und Felder. Es ist idyllisch hier und könnte erholsam sein. Könnte, wäre da nicht der Zwang, wegen des Coronavirus alle Kontakte zu meiden. Und da kann sich die Abgeschiedenheit schnell zu Frust verkehren. Nur per Telefon oder E-Mail zu agieren, ist nicht so spannend wie Menschen zu begegnen, sie kennen zu lernen. Die erste Stufe der Corona-Krisenintervention habe ich schon schmerzlich empfunden. Keine Hand geben – eine so schöne Tradition, die früher Abmachungen besiegelte, dem anderen Respekt zollte oder bei verordnetem Händedruck eben diesen verhinderte. Eine äußerst vielseitig einsetzbare Geste. Dann kam der Geschäftsabstand, der von Beamten in Entscheidungsgremien immer gern genommen wurde, von mir aber verabscheut. Nun muss ich auf Abstand gehen. Das ist schmerzlich, weil schlecht fürs Kennenlernen.

Die Corona-Krise hat die Allgemeinheit schöner Gemeinsamkeiten beraubt. Der Preis ist hoch, um die Gefahr der Ansteckung einzudämmen.

Doch sehen wir nicht nur Schatten, sehen wir auch Licht. Vor ein paar Wochen haben wir um den Klimawandel gestritten. Kein Urlaub per Flugzeug? Das wäre undenkbar gewesen, auch wenn die Bahn durch ganz Europa gefahren wäre. Zu Hause bleiben, statt herumfahren und den Dieseldreck in die Luft schleudern, unmöglich. Jetzt ist es das. Und auch Home office in der vernetzten Welt ist für Arbeitgeber akzeptabel.

Unterstützung für Betriebe und Selbstständige, die unverschuldet in Not geraten, gibt es jetzt auch, wenngleich nur halbherzig. Bei den Banken war es immer schon besser. Und wenn sie eine Bank besitzen, haben Sie es gut. Also Licht für Sie.

Und die Schulen sind geschlossen, wenngleich ich hier zu Unentschieden neige. Aber noch ist das hohe Lied der Schulschließung von Alice Cooper nicht zu trällern "School's out".

Wir besiegen das Virus, ich bin sicher. Voraussetzung ist: Bleiben Sie gesund.

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