Meine Meinung: Eigentum verpflichtet

Bei Schrottimmobilien muss der Gesetzgeber handeln, findet Tobias Schubert

Tobias Schubert, Redaktion Greiz

Tobias Schubert, Redaktion Greiz

Foto: Peter Michaelis

Der Abriss von Schrott- oder Problemimmobilien ist ein zwiespältiges Thema.

Das zeigte sich beim ehemaligen Thüringer Hof, der zwei Dinge zugleich war: ein stadtbildprägendes Gebäude, an das viele Greizer tolle Erinnerungen hatten, und eine Schrottimmobilie, die über Jahre für eine nervige Straßensperrung sorgte.

Der Greizer Bauamtsleiter, Bertram Koch, drückt es so aus: „Greiz hat eine wahnsinnig interessante Architektur, die aber Probleme mit sich bringt.“ Natürlich sei es auf der einen Seite ein Verlust, denn gerade die Gründerzeitarchitektur ist untrennbar mit der Stadt verbunden, auf der anderen Seite bedeute es aber zumeist einen Abriss, den Missstand zu beseitigen.

Dazu kommt, dass den Behörden oft sehr fest die Hände gebunden sind. Der Schutz des Eigentumes ist ein Grundrecht. Der zweite Teil dieses Artikels, dass Eigentum auch verpflichtet, gilt offensichtlich aber für einige, zudem noch ständig wechselnde oder im Ausland befindliche, Eigentümer nicht. Sonst gebe Schrottimmobilien nicht.

Hier muss der Gesetzgeber dringend handeln. Es kann nicht sein, dass jemand ein Haus jahrzehntelang verfallen lässt, und dann dennoch den Abriss verhindern oder zumindest um Jahre verzögern kann. In meinen Augen muss dann, natürlich unter strengen Auflagen, auch eine Enteignung eine Möglichkeit sein.