Meine Woche: Genug vom Regen

Tobias Schubert über Würde, die Toten zurückgegeben wurde, und ein Verkehrschaos mit Ansage

 Tobias Schubert, Redaktion Greiz

Tobias Schubert, Redaktion Greiz

Foto: Peter Michaelis

So richtig wollte die Sonne sich in dieser Woche nicht blicken lassen, oder? Und vom Regen habe ich auch langsam genug, auch wenn ich weiß, dass es nun einmal Herbst ist.

Dennoch: Ein bisschen Sonnenschein könnte mal wieder sein. Als kleiner Stimmungsaufheller in einer Zeit, die immer noch nicht so recht an eine Normalität erinnern will.

Keine Angst, diese Kolumne bleibt coronafrei, auch wenn ich in meiner Heimatstadt Gera gerade erlebe, wie die Zahlen wieder sprunghaft nach oben gehen. Ob das vielleicht auch mit der Höhlermeile vor ein paar Wochen und ihren 20.000 Besuchern zu tun hat? Doch ich will nicht mutmaßen.

In der sonst so eher ruhigen Stadt Berga wurde am Donnerstag bei der Einweihung des KZ-Häftlingsfriedhofes einiges durcheinandergewirbelt. Drei Polizeisperren musste ich durchqueren, bevor ich am Rathaus angekommen war. Nur hinter dem Zaun durften die Pressevertreter die Veranstaltung verfolgen. Gott sei Dank hielt uns ein kleiner Pavillon etwas trocken. Doch irgendwie wirkte der Regen schon fast wieder symbolisch. Poetisch könnte man sagen, dass der Himmel um die Opfer weinte. Doch ich bin kein Dichter und kann mich deswegen nur dem Bergaer Bürgermeister, Heinz-Peter Beyer (parteilos), anschließen, dass die Neugestaltung längst überfällig war. Die Toten, die auf dem Baderberg liegen, haben durch die Nazis keine Würde erfahren, wurden einfach so verscharrt, nachdem sie „ausgedient“ hatten. Jetzt haben sie sie wenigstens im Tod zurück und ihre Nachfahren einen Platz zur Erinnerung.

Keine Freunde haben sich wohl die Verkehrsplaner gemacht. Die parallelen Baustellen in Berga und an der Bundesstraße bei Wittchendorf sorgen in Kombination mit zusätzlichen Sperrungen zumindest am Montag und Dienstag für lange Umleitungen. Zumindest gab es Ende der Woche die kleine positive Botschaft, dass die Sperrung in Neumühle nur noch halbseitig ist. Das sollte die Situation zumindest ein wenig entspannen.