Vermischtes

Ehepaar wird mit erotischen Kalenderfotos zum Stadtgespräch in Greiz

Greiz.  Die Bilder polarisieren und bringen dem Ehepaar Czerwenka auch Vorwürfe ein.

Constanze und Michael Czerwenka mit dem „Männerträume“-Kalender, für den sich die junge Frau fotografieren lassen hat.

Constanze und Michael Czerwenka mit dem „Männerträume“-Kalender, für den sich die junge Frau fotografieren lassen hat.

Foto: Katja Grieser

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Jedes Jahr bringt Michael Czerwenka, Chef von Czerwenka Finanz in Greiz, einen erotischen Kalender heraus. Sein 2020-er Exemplar mit dem Titel „Männerträume“ ist jedoch zum Stadtgespräch geworden.

Grund dafür ist, dass es seine Frau Constanze ist, die sich, leicht bekleidet oder nackt, in erotischen Szenen mit Stripperin Michelle hat ablichten lassen. Fotografiert hat sie Julia Hauswald aus Plauen. „Der überwiegende Teil der Leute findet den Kalender gut“, erzählt Michael Czerwenka. Andere halten den Jahresbegleiter für geschmacklos. „Es hat mich überrascht, dass sich am meisten die aufgeregt haben, die im Glashaus sitzen, die ich mit Doppelmoral kennen gelernt habe“, sagt der Unternehmer, der sich über einen anderen Vorwurf aber viel mehr ärgert. „Einige meinen, dass meine Frau geistig nicht dazu in der Lage sei, die Sache einzuschätzen. Und dass ich sie dazu gezwungen habe“, berichtet er, was ihnen unterstellt worden sei.

Ehefrau ließ nicht zum ersten Mal erotische Fotos machen

Constanze Czerwenka kann über so etwas nur mit dem Kopf schütteln. Denn für den Kalender hat sie nicht das erste Mal erotische Fotos von sich machen lassen. Zum dritten Hochzeitstag überraschte sie ihren Ehemann mit einer Serie von Bildern von sich. „Ich habe überlegt, was ich schenke und bin dann auf diese Idee gekommen“, erzählt die 34-Jährige, die verblüfft war, wie toll die Fotos ausgesehen haben. Das habe ihr Selbstbewusstsein gestärkt, denn in der Vergangenheit sei sie wegen ihres Aussehens gehänselt worden.

Im Kalender sind nur die „jugendfreien“ Bilder

Zufrieden mit dem Ergebnis der Fotopremiere, posierte sie erneut für erotische Bilder. Auch die bekam ihr Angetrauter. „Da habe ich zu ihr gesagt: Versuch doch mal was anderes“, erinnert sich Michael Czerwenka. Und so wurde die Idee zum Kalender geboren. Ausgesucht hat Constanze Czerwenka für den Jahresbegleiter die „jugendfreien“ Exemplare, wie sie sagt, „es waren noch freizügigere dabei“.

Die Bilder würden ihr Kraft geben, ihr gut tun. Die Fremdsprachenkorrespondentin ist wegen einer seelischen Erkrankung, die aus dem in der Vergangenheit Erlebten resultiere, berufsunfähig. „Sie ist aber auf dem Weg der Besserung durch unsere stabile Beziehung“, ist Michael Czerwenka, der fast 30 Jahre älter ist als seine Frau, überzeugt. Sie ebenso.

Das nächste Mal mit einem Mann

Die meisten der 200 Kalender, die in der Druckerei Tischendorf in Greiz hergestellt wurden, hätten die Czerwenkas verschenkt. Man kann sie aber auch kaufen.

Das Paar plant übrigens bereits die nächste erotische Bilderserie. Constanze Czerwenka will sich nun mit einem Mann fotografieren lassen. Dass sie auch damit polarisieren werden, ist den Eheleuten bewusst. Schmunzelnd sagt Michael Czerwenka: „Ich provoziere gern, ich bin halt so.“

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