Modelleisenbahnen drehen in Netzschkau ihre Runden

Netzschkau.  Seit vielen Jahren wird die Ausstellung organisiert, mit der man immer wieder Greizer anlockt.

Der Höhepunkt der Ausstellung ist der maßstabsgetreue Nachbau der Göltzschtalbrücke

Der Höhepunkt der Ausstellung ist der maßstabsgetreue Nachbau der Göltzschtalbrücke

Foto: Tobias Schubert

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Das Gewusel auf und vor den Modellbahnanlagen war groß und mit großer Freude wurde jedes noch so kleine Detail bestaunt: Die Ausstellung des Modeleisenbahnclubs Göltzschtalbrücke im Schützenhaus in Netzschkau ließ die Herzen aller Modelleisenbahnfreunde höher schlagen. Am Wochenende hatte man wieder dazu eingeladen.

700 Arbeitsstunden für Göltzschtalbrücke

Den Verein gibt es bereits sei 1964, 2019 feierte er damit sein 55-jähriges Jubiläum, wie das Vorstandsmitglied Steffen Böhm erzählte. Im Gründungsjahr begannen die Mitglieder auch mit dem Bau dessen, was bis heute der Hingucker auf der Anlage ist und auch die meisten Besucher anzog: der Nachbau der Göltzschtalbrücke im Maßstab 1:87, sieben Meter lang und einen Meter hoch. Rund 700 Arbeitsstunden steckten die Vereinsmitglieder in das Projekt, das 1970 fertiggestellt wurde und seitdem immer gepflegt wird.

Doch der Nachbau der größten Ziegelsteinbrücke der Welt war natürlich nicht das einzige, was von den Besuchern aus dem sächsischen Umland um Netzschkau, aber auch aus Gera, Greiz, Chemnitz oder Dresden bestaunt werden konnte. Gleich zwei Anlagen beherbergt der Vereinsraum im Dachgeschoss des Schützenhauses. Auf 75 Quadratmetern und mit einer Rundenlänge von 175 Metern zieht sich die H0-Clubanlage einmal durch den gesamten Raum. Detailverliebt und verspielt sind auch unter anderem die Orte Netzschkau und Limbach nachgebaut. Eine Grubenbahn haben die Modelleisenbahnfans genauso nachgebaut wie einen großen Hauptbahnhof, eine Kleinstadt mit Festzelt, ein Bahnbetriebswerk oder einen kompletten Zirkus inklusive seiner Tiere.

Eine zweite Anlage ist noch im Entstehen aber kurz vor der Fertigstellung, wie Böhm erzählte. Auf ihr geben die Vereinsmitglieder einen Einblick in den Eisenbahnbetrieb nach der Fusion der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn – ebenfalls im Maßstab H0. Dargestellt wird ein moderner Durchgangsbahnhof an einer elektrifizierten zweigleisigen Hauptstrecke inklusive eines sogenannten Schattenbahnhofes, bei dem die Züge bei ihrer Fahrt unter dem Anlagentisch beobachtet werden können.

Viele kleine Details begeistern

Doch längst nicht nur Züge waren auf den beiden Anlagen in Bewegung. An vielen Stellen konnten durch einen Knopfdruck Menschen bei ihrer Arbeit beobachtet werden. Von einem Schornsteinfeger, der auf den Dächern der Stadt die Schornsteine reinigte, bis hin zu einem Sanitäter, der nach einem Unfall einen Verletzten wiederbeleben muss – natürlich alles nicht real, sondern als kleine Figuren auf den Tischen.

Aus rund 20 Mitgliedern besteht der Verein, der die Schau einmal jährlich an drei Wochenenden organisiert. Mit den Besucherzahlen der Veranstaltung am ersten Adventswochenende 2019 und denen von der Schau am Wochenende sei man sehr zufrieden, so das Vorstandsmitglied Böhm. Man freue sich darüber, dass Gäste aus nah und fern kommen, um die Arbeit zu bewundern.

Einmal die Woche treffen sich die Vereinsmitglieder in den späten Nachmittagsstunden bis in den Abend hinein, um an ihren Anlagen zu arbeiten. Natürlich würde man sich freuen, wenn auch andere Eisenbahnfreunde den Weg nach Netzschkau finden würden, sagte Böhm. Für Interessierte gebe es keine Voraussetzungen, um mit dem Modellbahnbau zu beginnen. Ein bisschen Erfahrung sei zwar eine schöne Sache, aber kein Muss, um das Hobby aufzunehmen.

Wer die Schau noch sehen will, kann das noch am Wochenende 11./12. Januar tun. Sie ist dann noch einmal von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Wer Kontakt zum Verein aufnehmen will, findet mehr Informationen im Internet: www.mec-site.de

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