Nea kehrt zurück zu ihren Greizer Wurzeln

Greiz.  Sylvia Martens singt wieder unter ihrem bürgerlichen Namen, arbeitet an Album und kommt zurück nach Thüringen.

Die Greizer Sängerin Sylvia Martens.

Die Greizer Sängerin Sylvia Martens.

Foto: Marco Herm

Als Sylvia Martens mit dem professionellen Singen anfing, ist sie unter ihrem bürgerlichen Namen aufgetreten. Die Greizerin war zunächst in der Schlagerszene unterwegs. Doch irgendwann merkte sie, dass diese Musikrichtung doch nicht so recht zu ihr passen wollte. Also verlegte sie sich auf Deutsch-Pop und änderte mit dem Wechsel ihren Namen. Fortan trat sie als Nea auf. Nun die Überraschung: Ihre am 18. September erschienene Single „Happy End“ veröffentlicht sie wieder als Sylvia Martens. Wir sprachen mit ihr über den Grund für die erneute Namensänderung, über Corona und Pläne.

Warum haben Sie sich von Nea verabschiedet und präsentieren sich und ihre Musik wieder unter Ihrem bürgerlichen Namen?

Es ist eine Rückkehr zu den Wurzeln, gewissermaßen zu mir selbst. Es stehen einige Veränderungen bei mir an. So ziehen wir nach Hause zurück, kommen wieder nach Thüringen. Wir haben bislang in Leipzig gewohnt, nun geht es nach Erfurt. Außerdem wurde ich immer wieder angesprochen. Die Leute haben gesagt, ‘du bist doch die Sylvia Martens’. Also hab ich mir gedacht, dass der Name eigentlich besser passt. Ich mache ja immer noch deutsche Musik, Deutsch-Pop.

Ist das also jetzt Ihr „Happy End“, wie ja auch Ihre aktuelle Single heißt?

Irgendwie schon. Mein Herz war und ist ja immer in Thüringen gewesen. Wir haben uns auf Wohnungssuche begeben und sind in Erfurt fündig geworden. Das ist ja nicht weit entfernt von Greiz, wo ich regelmäßig bin.

Was ist der Grund für den Umzug?

Einerseits die Arbeit meines Mannes. Außerdem beginne ich ab Dezember mit einem Fernstudium als Journalistin. Durch Corona hat sich in der Musiklandschaft ja einiges verändert. Deshalb dachte ich, es wäre besser, wenn ich mich crossmedial aufstelle. Mit dem Studium, das drei Jahre dauert, kann ich dann in verschiedenen Bereichen arbeiten, Radio oder soziale Medien gehören dazu. Dann bin ich breit aufgestellt.

Wie haben Sie die Corona-Krise gemeistert?

Am Anfang war es richtig schwierig. Die Auftritte wurden nach und nach alle abgesagt und es ist auch noch nicht sicher, wie es 2021 mit den Konzerten weiter geht. Es war schon eine psychische Belastung und das hat sich bei mir sogar so geäußert, dass meine Stimme weg war. Es ist schon schwer, wenn man keine Auftritte hat. Ich vergleiche die Stimme immer mit einem Muskel: Der baut sich auch ab, wenn er nicht benutzt wird.
Außerdem bin ich ein Mensch, der unter Druck besser arbeitet – das hat in dieser Zeit ja auch gefehlt.

Sind Sie in finanzielle Not geraten?

Also wenn man wie ich über die Jahre hinweg immer gearbeitet hat, hat man ein Polster. Es ging also, aber ich habe auch Hilfen beantragt.

Haben Sie etwas in der Corona-Krise, insbesondere während des Lockdowns, in Ihrem Leben geändert?

Ja, ich habe viel mehr Sport gemacht als sonst. Ich habe mehr frisch gekocht und viel gelesen. In dieser Zeit habe ich mich zum Studium entschlossen. Und ich hatte in der Zeit kleine Sprechrollen, hab geschauspielert. Und wir haben an neuen Songs geschrieben, sind immer noch dabei.

Sie schreiben Ihre Lieder selbst?

Ja. „Happy End“ wurde von mir sogar komponiert, getextet und mitproduziert. Mein neues Lied ist ein grooviger Mix aus Soul, Schlager und Pop. Ein authentischer Song mit einer Melodie, die mitreißt und in den Ohren bleibt.

Es gibt aber noch mehr Neues von Ihnen.

Stimmt. Im März erscheint mein neues Album. Es heißt noch einmal „Kassettenkind“, ist eine Premium-Edition. Die Titel wurden neu gemischt von der internationalen Remixer-Legende Matt Pop aus den Niederlanden. Es sind aber auch neue Songs drauf, an denen wir teilweise noch schreiben.