Physiotherapie Schleiz soll nach Greiz wandern

Greiz/Schleiz.  Die Schleizer Mitarbeiter stehen damit laut einem Bericht vor der Wahl, den Übergang zu akzeptieren oder ihren Job zu verlieren.

Der Hubschrauber-Landeplatz am Kreiskrankenhaus Schleiz

Der Hubschrauber-Landeplatz am Kreiskrankenhaus Schleiz

Foto: Conni Winkler

Die Physiotherapie Schleiz wird ab 1. Januar 2021 in das Medizinische Versorgungszentrum Greiz (MVZ) eingegliedert. Das bestätigt nun das Landratsamt Greiz auf Nachfrage. Dieser Schritt sorgt vor allem in Schleiz derzeit für Diskussionen, da er auch Auswirkungen auf die Mitarbeiter hat, die nach einem Bericht dieser Zeitung Schleiz gezwungen sind, dem Betriebsübergang zuzustimmen oder ihren Job zu verlieren.

Die Schleizer Physiotherapie solle „das Leistungsspektrum des Therapiezentrums“ im MVZ Greiz „erweitern“, heißt es in der Antwort auf unsere Anfrage kurz. Der Schritt steht vor allem in Schleiz in der Kritik. Die Mitarbeiter der Schleizer Physiotherapie sollen vom MVZ übernommen werden. Bei dem für sie geplanten Betriebsübergang in das MVZ sollen die Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen und Ähnliches unberührt bleiben. Allerdings nur, wenn sie dem Übergang zustimmen.

Wenn nicht, stehen sie vor der Kündigung, wie es in einem Informationsschreiben der Geschäftsführung um Geschäftsführer Ralf Delker heißt, aus dem die Lokalausgabe Schleiz zitiert. „Kündigungen sind im Zusammenhang mit dem Betriebsübergang nicht vorgesehen“, steht darin zwar, aber auch: „Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass im Falle des Widerspruchs gegen den Übergang Ihres Arbeitsverhältnisses in das MVZ keine Beschäftigungsmöglichkeit mehr vorhanden ist und deshalb beabsichtigt ist, eine betriebsbedingte Kündigung auszusprechen. Wir bitten Sie, diesen Umstand bei Ihrer Entscheidungsfindung zu berücksichtigen.“ Wer also beispielsweise nicht bereit ist, den längeren Anfahrtsweg nach Greiz täglich auf sich zu nehmen oder dies schlichtweg nicht kann, wird nach diesem Bericht gezwungen, sich einen neuen Job zu suchen.

In der Mitteilung aus dem Landratsamt Greiz wird auch noch einmal auf eine Pressemitteilung aus dem April verwiesen, mit der man die Eingliederung der Physiotherapie Greiz in das MVZ zum 1. Juni ankündigte. Der Sitz befindet sich in der Poliklinik, das heißt am Standort Krankenhaus in der Wichmannstraße. Wie nun für die Schleizer bedeutete das auch für die Greizer Mitarbeiter einen Betriebsübergang, die „sofern sie das wünschen – vom MVZ übernommen“ würden, wie es in der Mitteilung heißt.

Man wolle sich im Krankenhaus auf die Kernkompetenz „Diagnosestellung, medizinische Behandlung sowie die stationäre Behandlung und Pflege von Patienten“ konzentrieren, wird Geschäftsführer Delker zur Begründung zitiert. Die Expertise der Physiotherapie sei hingegen nach oder vor einer stationären Behandlung wichtig. „Deswegen ist es nur konsequent, die Form der Leistung auch in ein ambulantes Zentrum zu verlegen“, so Delker. Man wolle in Zukunft weiter eng zusammenarbeiten und „die bestmögliche medizinische Versorgung für unsere Patienten ermöglichen.“

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