Plastikfriedhof im Unterholz von Zeulenroda-Triebes

Zeulenroda-Triebes  Freiwillige treffen sich am Samstag zur Herbstputzaktion in Zeulenroda-Triebes. Die Menge an gesammeltem Müll überrascht die Teilnehmer

An einem einzigen Vormittag kamen 4,3 Kubikmeter Müll zusammen. Die Teilnehmer der Aktion wollen ihr Engagement bald wiederholen

An einem einzigen Vormittag kamen 4,3 Kubikmeter Müll zusammen. Die Teilnehmer der Aktion wollen ihr Engagement bald wiederholen

Foto: Norman Börner

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Ein Teppich, drei Schuhe und ein alter Mantel. „Es ist schon erstaunlich, was die Menschen alles in die Natur werfen“, sagt Naturschützer Ingo Eckardt. Und das ist nur der kuriose Teil des Mülls, den der Verein Pro Region am Samstag im Stadtgebiet von Zeulenroda gesammelt hat.

Säckweise holten die 35 Teilnehmer den Müll von Grünflächen am Friedhof, an der Avex-Tankstelle, an der Solleschule und am Jugendverein Römer. Etwa 4,3 Kubikmeter kommen am Ende zusammen. Vor allem Zigarettenschachteln, Plastikverpackungen und Einwegbecher holen die Teilnehmer der Freiwilligenaktionen aus der Natur. Mit dabei Jugendliche, Stadträte und Lehrer. Am Ende sind sie alle einer Meinung: Das ist zu viel Müll, der sich außerdem vermeiden lässt. Denn der Plastikmüll ist häufig auch in der Nähe von Papierkörben zu finden. Würde man ihn liegenlassen, wäre er in 100 Jahren noch nicht verrottet. Aber auch wenn es soweit nicht kommt, hat die Anhäufung des Mülls in den bepflanzten Grünflächen langfristig vor allem eine Folge. „Weil es aufwendig und teuer ist, den Müll zwischen Bäumen, Blumen und Sträuchern herauszuholen, liegt es für die Städte oft nahe, den Bewuchs zu entfernen“, sagt Ingo Eckardt. Die Folge: Noch weniger Blüten für die ohnehin schon arg gebeutelten Insektenbeständen im urbanen Raum. Bürgermeister Nils Hammerschmidt (parteilos), der ebenfalls an der Aktion teilnahm, wolle daher prüfen lassen, ob man auf kommunaler Ebene etwas gegen die Plastikflut unternehmen kann.

Für Aufsehen sorgte jüngst ein Beschluss des Gemeinderates in Tübingen in Baden-Württemberg. Dort sollen Einwegverpackungen in ­Geschäften, Cafés und Imbissbuden künftig besteuert werden. Damit sollen einerseits die Kosten für die Müllbeseitigung gedeckelt werden und auf der anderen Seite ein Umdenken in der Bevölkerung herbeigeführt werden.

Die Teilnehmer der Putzaktion würden dies begrüßen. Bis dahin streben sie eine Wiederauflage der Reinigungsaktion an. Womöglich im Frühjahr.

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