Pöllwitzer Feuerwehr feiert 111. Geburtstag

Pöllwitz  Der 111. Geburtstag der Pöllwitzer Feuerwehr wird groß zelebriert. Doch ein Vorurteil ärgert die Einsatzkräfte.

Lockerer Heimsieg, das Team der Pöllwitzer Feuerwehr holt beim Spaßwettkampf der Feuerwehr den ersten Platz.

Lockerer Heimsieg, das Team der Pöllwitzer Feuerwehr holt beim Spaßwettkampf der Feuerwehr den ersten Platz.

Foto: Norman Börner

Bei der Feuerwehr können sie gut feiern, heißt es oft. Und am Samstag beim großen Jubiläumsfest der Freiwilligen Feuerwehr Pöllwitz zeigt sich, dass das durchaus stimmt. Trotzdem ärgert Frank Hänold dieses Vorurteil manchmal. „Es gibt Menschen, die denken, dass es bei uns nur ums Feiern geht. Doch der Aufwand, der hinter der freiwilligen Arbeit steckt, den sehen die wenigsten Leute“, sagt der stellvertretende Wehrführer der Pöllwitzer.

Pöllwitzer sind das ganze Jahr über im Einsatz

Zu 22 Einsätzen rückten die 18 aktiven Kameraden aus Pöllwitz im letzten Jahr aus. Dieses Jahr stehen bereits neun Einsätze und zwei Übungen zu Buche. Manchmal spät in der Nacht. Ein anderes Mal am helllichten Tag, während der Arbeitszeit. Bezahlt bekommt diese Einsätze keiner von ihnen. Denn die Freiwillige Feuerwehr ist, wie der Name schon sagt, eine ehrenamtliche Aufgabe.

„Ich bin bei der Feuerwehr, um anderen Menschen zu helfen“, sagt Frank Hänold. Seitdem er 17 ist, ist er dabei. Doch neben dem Einsatz für die Sicherheit der Menschen habe die Feuerwehr auch noch eine andere wichtige Funktion. Sie organisiert die Dorffeste. Kirmes, Fasching oder Glühweinfest. „Ohne die Feuerwehr wäre das nicht möglich“, sagt Frank Hänold.

Es ist wohl auch jene besondere Verbundenheit zum Ort, die ihn antreibt, den Menschen zu helfen und das Dorfleben am Laufen zu halten. Bei der 111-Jahre-Feier am Samstag wird die tiefe Verwurzelung der Feuerwehr in der Geschichte des Dorfes mehr als deutlich. Ein Ortschronist hat Dokumente, Einsatzpläne und Fotos aus der langen Geschichte zusammen getragen. Doch auch im kollektiven Gedächtnis der Dorfgemeinschaft ist die Feuerwehr tief eingebrannt. „Egal ob Vater, Bruder oder Opa. Viele Menschen und Lebensgeschichten im Dorf stehen irgendwie mit der Feuerwehr im Zusammenhang“, sagt Frank Hänold.

Trotzdem sei es schwierig, neue Mitglieder zu werben. Keine Zeit wegen Haus, Arbeit oder Kindern. Dieses Argument bekomme man dann häufiger zu hören. „Doch ohne die Feuerwehr geht es nicht“, sagt Frank Hänold. Natürlich könne er die Einwände verstehen, aber schließlich hänge auch die Sicherheit im Ort von der Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit ab.

Ein wichtiges Instrument, um neue Mitglieder zu rekrutieren ist die Jugendfeuerwehr. Meist kommt der Nachwuchs aus Familien, in denen die Mitgliedschaft in der Feuerwehr eine ganz eigene Tradition hat.

So wie bei Andrea Neuparth. Sie ist seit zehn Jahren bei den Pöllwitzer Kameraden dabei. Mit 16 kann sie jetzt auch im aktiven Dienst mitwirken. „Ich möchte der Gemeinde gerne etwas zurück geben“, begründet Andrea ihr Engagement.

Ihren ersten richtigen Einsatz hatte sie im Oktober. Ein Ast war in der Nacht auf die Straße gefallen. „Da musst du dann raus. Egal, wie spät es ist“, sagt sie. Wenn der Alarm schrillt, wisse man allerdings am Anfang nie, worum es geht. Davon kann Klaus Harau ein Lied singen. Er wohnt in Pöllwitz, ist aber aus alter Verbundenheit in der Freiwilligen Feuerwehr Pausa aktiv.

Hinter jedem Alarm kann ein Großeinsatz stecken

Es war im Frühjahr 1980. Die Feuerwehr feierte damals den Maitanz. Nur Klaus Harau war nicht mitgegangen. Leise hörte in der Entfernung die Alarmsirene am Gerätehaus heulen. Schnell informierte er die Kollegen auf dem Fest. Zwei Tage waren sie damals im Einsatz, um einen Großbrand im Sägewerk Pausa zu löschen. „Vom Fehlalarm bis zur Katastrophe ist immer alles möglich“, sagt Klaus Harau.

Auch auf dem letztjährigen Fest der Pöllwitzer musste die Feuerwehr ausrücken. Denn auch wenn sie wirklich gut feiern können, haben sie immer ihre Pflicht im Hinterkopf, sagt Frank Hänold.

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