Im Haus Reudnitz rund 11.000 Übernachtungen im Jahr

Reudnitz  Die christliche Ferienstätte Haus Reudnitz gehört wohl zu den unbekanntesten Perlen im Landkreis Greiz

Außenansicht der christlichen Ferienstätte in Reudnitz.

Außenansicht der christlichen Ferienstätte in Reudnitz.

Foto: Tobias Schubert

Die christliche Ferienstätte Haus Reudnitz muss man wahrscheinlich zu einem der unbekanntesten Besuchermagneten im Landkreis Greiz zählen. Auf rund 11.000 Übernachtungen kann man laut Hausleiter Michael Neubert im vergangenen Jahr zurückschauen, bis zu 12.000 Übernachtungen gab es in den Jahren zuvor. Die etwas rückläufigen Zahlen hätten aber weniger damit zu tun, dass weniger Menschen in das Haus kommen wollten, sondern mit geänderten Wünschen der Gäste, erklärte er dem CDU-Landtagsabgeordneten Christian Tischner, der auf seiner Sommertour in Reudnitz Station machte.

So würden sich zum Beispiel immer mehr Menschen ein Einzelzimmer wünschen, von denen man in der Ferienstätte aber nicht so viele im Angebot hätte. Zudem würde die Gästezahl sogar immer leicht steigen, die Verweildauer, wie in vergleichbaren Häusern auch, aber sinken. Wo früher auch ein 14-tägiger Aufenthalt zur Norm gehört hätte, würden heute eher kürzere Reisen mit weniger Übernachtungen bevorzugt. Zudem sei immer mehr das Reisen in Klein- und Kleinstgruppen modern. Kamen die Gruppen früher mit bis zu 40 Personen angereist, sind es heute eher drei bis zehn Leute, die gemeinsam nach Reudnitz kommen. Das Haus komme ganzjährig auf eine Auslastung von rund 60 Prozent, so Michael Neubert, der vor knapp drei Jahren mit seiner Frau Elisabeth die Hausführung von Bernhard und Margit Seifert übernahm. Für 2021 seien schon jetzt fast alle Wochenenden belegt.

Die Gäste, die nach Reudnitz kommen, um dort und in der Umgebung ein paar schöne Tage zu verbringen, seien sehr unterschiedlich. Rund ein Drittel seien Gruppen aus christlichen Gemeinden, wobei Neubert betont, dass der christliche Glaube keine Voraussetzung für einen Aufenthalt ist. Rund ein Drittel der Gäste käme wegen des eigenen Jahresprogrammes des Hauses, etwa wie die kürzlich stattgefundenen Israelwochen oder eine Frauen-Verwöhn-Woche. Und das letzte Drittel seien Gäste aus dem Bereich Behindertenarbeit und -hilfe, auf die man sich in Reudnitz spezialisiert hat und das nicht nur durch bauliche Voraussetzungen wie eine Barrierefreiheit oder große Zimmer, damit auch ein Rollstuhl hineinfahren kann.

Von letzterem rühre es wahrscheinlich auch her, dass man bis heute in der Bevölkerung noch ab und zu als Pflegeheim wahrgenommen werde. Dabei sei man ein normales Ferienhaus, wobei man sich nicht als Hotel oder sogar christliches Hotel verstehe, wie der Bau- und Wirtschaftsingenieur sagt. Man versuche das eigene Leben ein Stück weit mit den Gästen zu teilen, meint er. Dazu gehört, dass man sie zu gemeinsamen Aktionen einlädt, etwa zum Essen oder Andachten, bei denen man mitmachen kann aber nicht muss. „Wir sind für viele Gesicht und Ansprechpartner“, so die Lehrerin Elisabeth Neubert. Und da man das Haus mit seinen 52 Betten und 29 Zimmern – dazu kommen Aufbettungen, die möglich sind – nur mit einem kleinen Team betreue, müsse man immer mit Herz und Seele dabei sein.

Damit der Erfolg auch in Zukunft weitergehen kann, schaut man in der Ferienstätte auch schon in die Zukunft. Ein Projekt: Der Anbau, das Gästehaus II, das in den 1960er-Jahren entstand, will man neu bauen, um auch den Mitarbeitern mit kürzeren Wegen und neuen Funktions- und Materialräumen die Arbeit etwas zu erleichtern. Im Moment sei das nur eine Idee, auf deren Realisierung man in den nächsten drei bis fünf Jahren hoffe.

Das Haus Reudnitz, dessen Gäste aus ganz Deutschland anreisen und das im nächsten Jahr den 90. Geburtstag feiert, wird durch eine gemeinnützige GmbH betrieben. Einziger Gesellschafter ist laut Neubert der Landesverband Landeskirchliche Gemeinschaften Sachsen.

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