Schon vor Saisonstart ein starkes Team

Zeulenroda-Triebes  Auszubildende des Bio-Seehotels kommen vom Ausbildungsstart im September vier Wochen im Azubi-Camp zusammen

Ahoi Zeulenrodaer Meer. Die Azubis des Bio-Seehotels nehmen vor dem Ausbildungsstart dem größten Besuchermagnet unter die Lupe.Fotos(2): Norman Börner

Ahoi Zeulenrodaer Meer. Die Azubis des Bio-Seehotels nehmen vor dem Ausbildungsstart dem größten Besuchermagnet unter die Lupe.Fotos(2): Norman Börner

Foto: Norman Börner

Die Stimmung unter den jungen Leuten ist gut. Der Ton untereinander ist locker. „Ich muss sagen, da sind echt stabile Kollegen dabei“, sagt Oliver Klink. Er wird im Oktober sein duales Studium in der Richtung Tourismuswirtschaft im Bio-Seehotel beginnen. Doch auch er nimmt am sogenannten Azubi-Camp teil. Einen Monat werden die 13 neuen Auszubildenden auf ihren Berufsstart vorbereitet. Sie schnuppern in die verschiedenen Abteilungen rein und informieren sich über die Region und die wichtigsten Partner des Hotels. Und in diesen vier Wochen lernen sie auch die neuen Kollegen kennen. „Natürlich geht es beim Azubi-Camp auch um die Teambildung“, sagt Azubi-Sprecherin ­Nathalie Hellwig.

Nette Kollegen zu haben, ist Bewerbern sehr wichtig

Damit dürfte das Bio-Seehotel auf einem guten Weg sein. Denn laut einer Erhebung eines Onlineportals sind nette Kollegen für die mehr als 8000 befragten Schüler bei der Wahl des Unternehmens der zweitwichtigste Grund. 83 Prozent geben in diesem Azubi-Report im Jahr 2018 an, dass ihnen eine freundliches und soziales Umfeld bei der Auswahl des Ausbildungsbetriebes wichtig ist.

Während des Azubi-Camps verbringen die Auszubildenden viel Zeit in der Gruppe. „Auch während der Ausbildung unternehmen wir viel gemeinsam. Wir wollen uns als ein Team verstehen. Aber auch das gemeinsame Feedback ist wichtig“, sagt Azubi-Sprecherin Nathalie Hellwig. Doch auch für individuelle Wünsche sei in den vier Einstiegswochen Zeit. So können die Neulinge Schnuppertage in den einzelnen Abteilungen unternehmen. Oder sich über die Lieferanten und die Region informieren.

Am vergangenen Freitag sind die Auszubildenden in der Tourist-Information am Zeulenrodaer Meer zu Besuch. Hier bekommen sie von Tourismus-Expertin Sabine Casper eine kurze Einführung in die wichtigsten Attraktionen rund um die Talsperre. Schließlich werden die Gäste des Hotels in Zukunft immer wieder Fragen haben zum Rundweg um das Zeulenrodaer Meer oder nach Tipps für einen Museumsbesuch suchen. Aber auch für einen kurzen Abriss der Geschichte des Tourismus in Zeulenroda und die künftigen Pläne für das Gebiet rund um das Zeulenrodaer Meer ist Zeit. Casper berichtet davon, wie der Tourismus in Zeulenroda schon kurz vor dem Aus stand, nachdem die Talsperre zum Trinkwasserreservoir ohne Baderlaubnis erklärt wurde. Heute hat man sich erholt und sei auf einem guten Weg. „Doch das geht nur, wenn hier am Stausee alle zusammenhalten“, sagt ­Casper.

Azubis brechen oft wegen falscher Vorstellungen ab

Wie kommen die neue Heimat und der Arbeitgeber nach zwei Wochen Camp bei den Azubis an? Für Antonia Laetsch aus Schmiedefeld startet jetzt ein völlig neuer Lebensabschnitt. Sie beginnt eine Ausbildung als Sport- und Fitnesskauffrau.

Mit nur 16 Jahren zieht sie von zu Hause aus und hat nun eine eigene Wohnung in Zeulenroda. Viele Veränderungen in kurzer Zeit prasseln auf sie ein. „Da ­finde ich es gut, dass ich auf der Arbeit nicht gleich ins kalte Wasser geworfen werde“, sagt sie. Für die Azubis, die noch nicht volljährig sind, gäbe es auch die Möglichkeit, bis zum 18. Lebensjahr im Hotel zu ­wohnen, sagt Azubi-Sprecherin Nathalie Hellwig. „Die Azubis sollen sich gut aufgehoben fühlen.“

Denn ein Ausbildungsabbruch wäre für beide Parteien eine schlechte Situation. Laut des Azubi-Reports sind in gut einem Drittel der Fälle Probleme mit Kollegen oder Vorgesetzten schuld, wenn ein Mitarbeiter die Ausbildung abbricht. Private Gründe werden von 13 Prozent der Befragten genannt. In den meisten Fällen wird die ­Ausbildung allerdings abgebrochen, wenn die Vorstellungen vom angestrebten Beruf nicht mit der Realität übereinstimmen.

Sollte es vor dem Berufsstart noch Zweifel geben, sei das Azubi-Camp auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, diese früh auszuräumen oder zu bestätigen. Doch diese Risiko werde meistens bereits durch Praktika und Probearbeiten minimiert.

Für die neuen Azubis scheint vor dem Ausbildungsstart auf jeden Fall klar, was sie an ihrem künftigen Arbeitsplatz erwartet. Egal, ob sie in der Küche, im Restaurant oder im Zimmerservice eingesetzt werden.

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.