Sozialstation in Zeulenroda bietet Verhinderungspflege an

Zeulenroda-Triebes  Die Sozialstation des Arbeiter-Samariter-Bundes in Zeulenroda bietet Möglichkeit der Verhinderungspflege. Wissen bei Betroffenen oft gering

Mandy Heidemann (links) und Sabine Funk vom ASB Zeulenroda. Sie und neun Kollegen helfen pflegebedürftigen Personen daheim in deren Wohnungen.

Mandy Heidemann (links) und Sabine Funk vom ASB Zeulenroda. Sie und neun Kollegen helfen pflegebedürftigen Personen daheim in deren Wohnungen.

Foto: Norman Börner

Urlaub brauchen wir alle irgendwann mal. Vom Alltag oder vom Job. Doch wer einen pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause hat, der denkt häufig, dass kommt für ihn nicht in Frage. Wer soll sich denn dann in der Zeit um diesen Menschen kümmern? „Viele trauen sich deshalb gar nicht, längere Zeit wegzufahren“, sagt Mandy Heidemann, die Pflegedienstleiterin beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Zeulenroda. Doch dabei gäbe es Möglichkeiten. Dass diese aber selten in Anspruch genommen würden, habe auch mit fehlendem Wissen und mangelnder Aufklärung über die Leistungen der Pflegeversicherung zu tun.

Der ASB Ostthüringen ist ein gemeinnütziger Wohlfahrtsverband und eine Hilfsorganisation. Ein wichtiges Standbein der Organisation ist die ambulante Pflege. In der Sozialstation in Zeulenroda gibt es elf Pflegefachkräfte, die täglich unterwegs sind, um Menschen, die aufgrund von Krankheit, Behinderung oder Alter eingeschränkt sind, in deren eigenen vier Wänden, bei der Bewältigung des Alltags zu helfen.

Die soziale Pflegeversicherung ist eine der Pflichtversicherungen im deutschen Sozialstaat. Sie sichert einen Teil des Pflegerisikos aller abhängig Beschäftigten, Arbeitslosen, Rentner und ihrer Familien ab. „Doch viele Menschen, die Angehörige pflegen, wissen gar nicht, welche Leistungen es genau gibt“, sagt Christina Martens, aus dem Vorstand des ASB Ostthüringen. Die Verhinderungspflege beispielsweise stehe jeder privaten Pflegeperson zu, wenn die pflegebedürftige Person mindestens in Pflegegrad zwei eingestuft ist. Für bis zu sechs Wochen im Jahr übernimmt die Versicherung die Kosten, für einen Pflegedienstleister. Näheres zu den Ansprüchen steht im Infokasten.

„Es ist wichtig, dass sich pflegende Angehörigen oder Privatpersonen auch mal eine Auszeit gönnen“, sagt Christina Martens.

Doch nicht nur über einzelne Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung herrsche Unklarheit. Neulich habe der ASB einen Infostand auf dem Markt in Zeulenroda eingerichtet, um über die Möglichkeiten der ambulanten Pflege zu informieren. Eine ältere Dame, die hinsichtlich ihrer Bewegung offensichtlich eingeschränkt war, hätte gesagt: Zum Glück brauche ich noch keinen Pflegedienst. „Eine ambulante Pflege kann das Leben erleichtern“, sagt Mandy Heidemann. Um die Akzeptanz und die Kenntnis über Pflegeangebote zu erhöhen, will das ASB Zeulenroda demnächst damit beginnen, einen regelmäßigen Beratungstag einzurichten. „Wir haben in den letzten Jahren gelernt, dass noch viel Aufklärung nötig ist“, sagt Christina Martens. Sowohl für private Pflegepersonen als auch Menschen, die im Alltag Hilfe gebrauchen könnten.

Anspruch auf Verhinderungspflege

Will eine private Pflegeperson Urlaub machen, übernimmt die Pflegeversicherung für maximal sechs Wochen pro Jahr die Kosten einer Ersatzpflege. Die Verhinderungspflege gilt, wenn die pflegebedürftige Person mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft ist. Ein Anspruch besteht erst, wenn die Person sechs Monate zuhause gepflegt hat. Die Leistung beträgt 1.612 Euro pro Jahr. Zudem können bis zu 50 Prozent der Leistung für Kurzzeitpflege (bis zu 806 Euro im Jahr) genutzt werden. Damit gibt es bis zu 2.418 Euro für die Verhinderungspflege.

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