Spielzeugparadies im Unteren Schloss

Greiz.  Eine neue Ausstellung in Greiz ist eine Zeitreise in die Kinderzimmer des vergangenen Jahrhunderts.

Museumsleiter Rainer Koch zeigt eine Playmobilfigur, die einst im Besitz des Erfinders Hans Beck war.

Museumsleiter Rainer Koch zeigt eine Playmobilfigur, die einst im Besitz des Erfinders Hans Beck war.

Foto: Marcus Voigt

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Wenn Erwachsene wieder zu Kindern werden, dann ist Rainer Koch zufrieden. „Spielspaß“ heißt eine neue Ausstellung, die ab Freitag im Unteren Schloss in Greiz zu sehen ist. Zusammen mit seinen Mitarbeitern gibt Museumsdirektor Koch einen Einblick in die Spielzeugsammlung, die die Greizer Museen in 90 Jahren zusammengetragen haben.

„Es sollen Erinnerungen wachgerufen werden“, sagt Koch. Die Schau ist ein Blick zurück in die Kinderzimmer des vergangenen Jahrhunderts. Und in dieser sind neben Eisenbahnen und Puppenstuben aus dem frühen 20. Jahrhundert eben auch ein Kaufmannsladen und ein Optikbaukasten aus DDR-Zeiten zu sehen, die vielen Besuchern bestens vertraut vorkommen werden.

In einem Raum kann auch gespielt werden

20.000 Einzelobjekte umfasse die Spielzeugsammlung, fünf Prozent davon seien in der Ausstellung zu sehen, sagt Koch. „Es ist eine subjektive Auswahl, die aber einen Überblick über den gesamten Zeitraum geben soll“, so der Museumsleiter.

Einen großen Teil nimmt dabei eine Playmobil-Sammlung ein, die Heide Sauerbrey, Nichte des Erfinders Hans Beck, dem Museum vor drei Jahren überlassen hat. Dabei seien auch Prototypen wie eine Töpferei oder eine Raumstation aus den 70er Jahren zu sehen, so Koch. Speziell für die Raumstation, von denen nur wenige auf den Markt gekommen seien, würden heute hohe Summen aufgerufen, sagt der Museumsleiter.

Damit die kleinen Besucher die Systembau-Figuren nicht nur hinter Glasscheiben bestaunen können, hat Koch drei Spieltische in der Ausstellung aufbauen lassen. Dort segeln etwa Piratenschiffe oder Prinzessinnen flanieren durch ein Schloss. Zudem soll an anderer Stelle ein Schattenspielmärchen für Unterhaltung sorgen.

Nikolausüberraschung für die ersten Besucher

„Geschichte wird in Spielzeug erlebbar“, sagt Koch über das Ziel der Ausstellung. So habe sich beispielsweise in Puppenstuben der Zeitgeist widergespiegelt, hier sei Realität nachgespielt worden. Und noch etwas will Koch mit der Schau erreichen: Dass Erwachsene ihre Kindheitserinnerungen weitergeben, dass „ein Erzählen zwischen den Generationen entsteht.“

Eine offizielle Eröffnung der Ausstellung werde es indes nicht geben, sie könne ab Freitag zu den Öffnungszeiten des Museums besucht werden. Eine kleine Besonderheit werde es dennoch geben, so Koch. Die ersten 90 Besucher sollen einen kleinen Willkommensgruß vom Nikolaus bekommen.

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