Stadtrat Zeulenroda-Triebes einigt sich auf Waikiki-Förderantrag

Zeulenroda-Triebes.  Konzept und Wirtschaftlichkeit des Umbaus muss nun das Wirtschaftsministerium überzeugen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Umbau.

Das Waikiki wurde im Jahr 1997 eröffnet. Die Gesamtkosten für die Sanierung würden mehr als 16 Millionen Euro betragen, da viele Elemente der Technik und der Innenausstattung überholt sind.

Das Waikiki wurde im Jahr 1997 eröffnet. Die Gesamtkosten für die Sanierung würden mehr als 16 Millionen Euro betragen, da viele Elemente der Technik und der Innenausstattung überholt sind.

Foto: Tino Zippel

Auf einem Sonderstadtrat hat die Stadt Zeulenroda-Triebes am Mittwoch den Weg für einen Förderantrag beim Land Thüringen für den Umbau der Thermen- und Erlebniswelt Waikiki frei gemacht. Erneut gab es große Diskussionen. Vor allem weil der Beschluss Veränderungen bei den Investitionssummen hervorbrachte. Über zwei Stunden dauerte die Sitzung, die viele Bürger mit verfolgten.

Was wurde im Stadtrat beschlossen?

Die maximale Investitionssumme für den ersten Bauabschnitt des Umbaus von rund 10,8 Millionen Euro auf circa 12,6 Millionen Euro zu erhöhen. Hintergrund laut Bürgermeister: Der Neubau der Rutschen wurde mit in den ersten Bauabschnitt geholt, um die Attraktivität zu erhöhen. Für diesen Abschnitt soll nun ein Förderantrag im Wirtschaftsministerium abgegeben werden. Am 30. September läuft die Frist aus. Die Stadt baut darauf im Rahmen der Tourismusförderung, für den ersten Abschnitt eine Förderung von 90 Prozent zu erhalten. Sie wird den Antrag einreichen, der neben den kalkulierten Kosten, Studien zum Gesamtkonzept des Umbaus und eine Machbarkeitsstudie für einen Hotelanbau enthält. Die Ansiedelung eines Beherbergungsbetriebes wurde vom Land zur Fördervoraussetzung erklärt.

Wie sieht das Konzept für den Umbau aus?

Marketingberater Rainer Wilkens präsentierte, wie sich das Bad künftig am Markt positionieren will. Das Konzept sieht eine Fokussierung auf Familienurlauber und Erlebnistouristen vor. So soll unter anderem eine Rutsche mit Elementen der Virtuellen Realität und eine weitere, die durch die Lobby des Hotelbaus führen soll, Besucher anziehen. Das Konzept ist auch entscheidend für eine Förderzusage. Es muss neben den Zahlen das Ministerium überzeugen. Der erste Umbauabschnitt sieht vor allem eine optische und bauliche Sanierung im Badbereich vor. Viele Elemente der Sauna und Gastronomie werden ertüchtigt.

Welche Kosten müsste die Stadt tragen?

Der aktuelle Förderantrag wird für den ersten Abschnitt gestellt. Das Land hat 90 Prozent in Aussicht gestellt. Bürgermeister Nils Hammerschmidt (parteilos) machte allerdings deutlich, dass eher eine Quote von 83-85 Prozent realistisch wäre, weil bestimmte Anteile nicht förderfähig seien. Bei 12,6 Millionen Euro für den ersten Abschnitt, entspräche das einem Eigenanteil von rund 1,9 Millionen Euro. Allerdings ist noch ein zweiter (rund 1,6 Millionen Euro) und dritter Bauabschnitt (circa 2,3 Millionen Euro) geplant. Sie sind nicht Teil der beantragten Fördersumme und enthalten unter anderem die Sanierung des Außenbeckens und die Erschließung eines Saunagartens. Die Förderung müsste dann neu beantragt werden.

Wie will die Stadt den Eigenanteil finanzieren?

Seitens der CDU-Fraktion wurden Bedenken geäußert, ob die Stadt überhaupt in der Lage wäre, den Eigenanteil zu stemmen. Die Stadt plant hierzu – im Falle eines positiven Bescheides – einen Kredit aufzunehmen. Dafür braucht sie allerdings die Zustimmung der Kommunalaufsicht. Deren Vorsitzender Christian Richter konnte dazu am Mittwoch keine belastbare Zusage geben. Es müsse, wenn es soweit ist, geprüft werden, ob die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt gegeben ist. „Ich würde aber erst schauen, ob ich das Geld habe und dann so ein Projekt anstoßen“, kritisierte Markus Hofmann von der CDU.

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Das Kommunalbad ist von der Tourismusförderung ausgenommen. Allerdings wäre ein zeitgleicher Bau mit dem Waikiki wohl alternativlos. Die geschätzten Kosten für dieses Projekt betragen gut 1,9 Millionen Euro. Die Stadt baut hier derzeit unter anderem auf eine Förderung durch das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Die Stadt habe das Vorhaben Kommunalbad bereits 2018 beim Bund eingereicht. Das Programm war allerdings vielfach überzeichnet. In diesem Jahr wurde das Bundesprogramm neu aufgelegt. Von 600 Millionen Euro stehen jetzt noch 400 Millionen Euro zu Verfügung. Ob das Vorhaben in Zeulenroda-Triebes ausgewählt wird, bleibt völlig offen. Es ist davon auszugehen, dass auch im aktuellen Förderaufruf mehr Anträge eingehen, als Geld vorhanden ist. Als Stadt in der Haushaltsnotlage würde der Fördersatz im besten Fall auch hier 90 Prozent betragen.

Wie geht es jetzt weiter?

Am Ende gab es 14 Zustimmungen und sieben Ablehnungen. Die Stadt wird nun den Förderantrag beim Ministerium einreichen. Im nächsten Quartal tagt der Vergabeausschuss im Land und prüft, wohin die Mittel der Tourismusförderung fliesen. Im ersten Quartel des nächsten Jahres sollte eine Entscheidung feststehen. Auch wenn einige Zustimmende von Bauchschmerzen bei der Entscheidung sprachen, waren sich viele einig, dass man die Chance auf die Förderung nicht vergehen lassen sollte. Teile der CDU-Fraktion um Annette Bierlich, Michael Glock, Markus Hofmann und Sandro Kirst sowie Heiko Hammer, Annekatrin Michalke-Schulz (beide AfD) und Andreas Senkowski konnte der Beschluss nicht überzeugen.

Kritik gab es unter anderem an der ungeklärten Folgefinanzierung, dem Umgang mit den Altschulden und der ungesicherten Finanzierung für die Ertüchtigung des Kommunalbades.

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