Über 200 Erstklässler ärztlich noch nicht erfasst

Greiz/Zeulenroda.  Pädiater des Gesundheitsamtes Greiz waren in der Bewältigung der Corona-Pandemie eingesetzt

Im Impfausweis ist unter anderem die Masernimpfung dokumentiert.

Im Impfausweis ist unter anderem die Masernimpfung dokumentiert.

Foto: Tina Puff

Jedes Kind wird vor seiner Einschulung ärztlich untersucht. Eine solche Untersuchung ist in allen Bundesländern üblich. So auch in Thüringen und damit auch im Landkreis Greiz. Doch im Landkreis Greiz sei man ins Hintertreffen geraden.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind 62 Prozent der künftigen Grundschüler untersucht. 38 Prozent der Erstklässler stehen noch aus, das teilte das Landratsamt auf Nachfrage mit. Mit Stand Ende Juli werden im Landkreis Greiz 678 Schulanfänger im Schuljahr 2020/21 erwartet. Eine ganz genaue Zahl läge aber erst mit Schuljahresbeginn vor, so das Landratsamt.

Beide Ärzte aus dem Kinder- und Jugendärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes Greiz waren voll in der Bewältigung der Corona-Pandemie eingesetzt. Dadurch habe sich der Zeitplan zur Erledigung der Schuleingangsuntersuchungen verschoben. Die Untersuchungen werden durch die Pädiater des Gesundheitsamtes durchgeführt. Die noch ausstehenden sollen mit dem Beginn des Schulbetriebes in Thüringen ab dem 31. August nachgeholt werden, informiert das Gesundheitsamt Greiz.

Schulpflicht sticht Impfpflicht

Die beiden Ärzte untersuchen die Kinder vor der Einschulung auf gesundheitliche Beeinträchtigungen. Sie entscheiden aber nicht darüber, ob ein Kind eingeschult oder sogar vom Schulbesuch zurückgestellt wird. Die zuständigen Pädiater geben aus medizinischer Sicht gegenüber den Eltern und der Schule bei Bedarf Hinweise für eine erfolgreiche Beschulung.

Bei der Einschulungsuntersuchung (ESU) werden auch die jeweiligen Impfdaten erhoben, da bei dieser 100 Prozent der Kinder untersucht werden. Hier wird also auch geschaut, ob der Junge oder das Mädchen gegen Masern geimpft ist. Eine Aussage darüber, wie viele Kinder geimpft sind und wie viele nicht, könne derzeit aber noch nicht getroffen werden, da die ESU noch nicht abgeschlossen ist, so das Landratsamt.

Aus dem Landratsamt heißt es: „Impfverweigerer werden statistisch nicht erfasst. Sollten Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen, werden beratende Gespräche geführt. In der Schule gilt die Schulpflicht als höherwertig gegenüber einer Impfpflicht. Die Impfung gegen Masern ist aber seit diesem Jahr zumindest für Schulanfänger verpflichtend, für alle anderen Schüler gilt nach dem Gesetz noch eine Übergangsfrist.“

Kindertagesstätten hingegen können bei einer Impfverweigerung die Aufnahme des Kindes in die Einrichtung verweigern. Die Entscheidung darüber obliegt aber dem Träger der jeweiligen Tagesstätte.