Viel Raum für Wünsche und Kreativität – Greiz feiert Straßenheater

Greiz  Theaterherbst startet mit Eröffnungsinszenierung „Raum der Wünsche“. Am Samstag laden Künstler und Schauspieler zum Straßentheaterfest

Beim 1. Greizer Straßentheaterfest auf dem Marktplatz treten am Samstag Musiker, Künstler und Theatergruppen auf.

Beim 1. Greizer Straßentheaterfest auf dem Marktplatz treten am Samstag Musiker, Künstler und Theatergruppen auf.

Foto: Norman Börner

Das erste Wochenende des Greizer Theaterherbst ist Geschichte. Gibt es einen „Raum der Wünsche“? Unter diesem Titel feierte die Eröffnungsinszenierung des 28. Theaterherbstes am Freitag auf dem Gelände der Alten Papierfabrik Premiere. Basierend auf der Erzählung „Picknick am Wegesrand“ der Gebrüder Strugatzki, will nicht mit durchgestylten Schauspiel und famos agierenden Mimen punkten. Die Ausdrucksstärke des Stücks liegt in der Authentizität der Darsteller, die, so wie sie als Mitmenschen sind, aus ihren Biografien berichten, von ihren Lebensbrüchen und erfüllten oder unerfüllten Wünschen erzählen. All das ist ein Appell zur Selbstreflexion, sich und seine Mitmenschen wieder wahrzunehmen, der Anonymität und Engstirnigkeit entgegenzutreten. Es geht darum, wieder Augen und Ohren für das Alltägliche zu öffnen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Wer sich darauf einließ, wurde von und bei der Inszenierung reich beschenkt. Im Vergleich zu den Eröffnungsspektakeln der Vergangenheit verhält es sich wie bei einem Feuerwerk, das mit Raketen, Blitzen und Farben zwar erstaunt, aber die wahrhafte Strahlkraft haben die Sterne und die Weite des Himmels, wenn das Feuerwerk abgebrannt ist.

Am Samstag gab es dann eine weitere Premiere. Erstmals luden die Macher des Theaterherbstes zu einem Straßenfest auf den Marktplatz ein. Unter anderem dabei Uta Pilling, Straßenmusiklegende aus Leipzig, Tonnection mit poetischer Akrobatik und das künstlerische Bauprojekt "Brücken bauen". Während also am Marktbrunnen die Menschen den schwermütigen Liedern von Uta Pilling lauschten, bauten im hinteren Teil des Marktes Besucher gemeinsam an einer Brücken-Konstruktion aus Dachlatten. Inspiriert von einem Entwurf von Leonardo da Vinci schufen sie und das Münchner Künstlerkollektiv um Peter Heesch und Anja Callam ein Bauwerk, das am Ende einem Drachen ähnelte.

Clara Groeger und Tine Thevissen aus Bremen brachten mit ihrem Akrobatik-Programm rund um eine blaue Tonne die Besucher zum Lachen und Staunen. „Das Straßentheaterfest ist eine tolle Sache! Greiz bräuchte noch viel mehr solcher Aktionen. Räume, in denen die Leute zusammen kommen“, sagte Caritas Höppner aus Wildetaube, die das Fest besuchte.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.